Goldpreis 2025: Rekorde über 4.000 USD – Treiber & Ausblick 2026

Der Goldpreis machte 2025 dort weiter, wo er 2024 aufgehört hatte – mit einer Rekordjagd. Erstmals überschritt der Preis für eine Feinunze zu Jahresbeginn die Marke von 2.900 US-Dollar (≈ 2.581 Euro*), bevor er im März die psychologisch wichtige 3.000 USD (≈ 2.667 Euro) Grenze kackte. Im Oktober erreichte Gold schließlich erstmals 4.000 USD (≈ 3.556 Euro) und markierte wenig später neue historische Rekorde.

Die Gründe für den rasanten Anstieg sind vielfältig und miteinander verstrickt. Hauptsächlich lassen sie sich auf die weiterhin angespannte geopolitische Lage, erhöhte Politik  und Handelsunsicherheit (Zölle) sowie klassische Nachfragetreiber wie sinkende Zinsen und Inflationssorgen zurückführen. Auf der Nachfrageseite ist die Nachfrage von Zentralbanken und institutionellen Anlegern der wesentliche Faktor. Bei den institutionellen Anlegern sind dabei vor allem die starken Zuflüsse aus Gold ETF seit Anfang dieses Jahres zu nennen. 

*Umrechnung mit mittlerem Kurs (≈ 0,89 €/$, Jahresdurchschnitt 2025)

Goldpreisentwicklung der letzten 12 Monate in Euro. Datenquelle: Gold.de | © Reisebank AG

US-Zölle und Handelsunsicherheit: So beeinflusst Trumps Tarifpolitik den Goldpreis

Zu Beginn des Jahres prägten besonders die neuen und teils wechselhaften US-Zollmaßnahmen den Anstieg des Goldpreises. Unter anderem setzte der Präsident per Executive Order einen globalen 10 % Tarif um, flankiert von weiteren länderspezifischen Anpassungen. Die wechselhafte Kommunikation und Abfolge der Maßnahmen erschwerten monatelang eine klare Einschätzung der wirtschaftspolitischen Richtung. Die daraus resultierende Unsicherheit begünstigte Safe Haven Käufe in Gold.

Zusätzlich rückten klassische Nachfragetreiber wieder in den Fokus: Inflationssorgen und die Aussicht auf fallende Marktzinsen erhöhten die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls. Die Federal Reserve (Fed) senkte im September 2025 erstmals den Leitzins, im Oktober folgte eine weitere Senkung. Politischer Druck aus dem Weißen Haus auf die Fed nahm zu, gleichzeitig blieb die Zentralbank ihrer institutionellen Unabhängigkeit verpflichtet. Der Versuch, Fed Governor Lisa Cook abzusetzen, wurde gerichtlich vorläufig gestoppt.

In der Folge stieg die Nachfrage weiter: Nach der September-Senkung kletterte Gold im Oktober über 4.000 USD, getragen von Zinssenkungserwartungen und breiter geopolitischer Unsicherheit. Niedrigere Zinsen verringern die Opportunitätskosten des Haltens von Gold und erhöhen so seine Attraktivität. Überall auf der Welt verstärkt sich das Image von Gold als sicherer Hafen, um sich gegen Inflation, schwankende Zölle und Zinsen abzusichern.

Geopolitik und Zentralbankkäufe: Nachfrage-Treiber im Goldmarkt

Die Furcht vor einer erneuten Handelskrise zwischen China und den USA schwebte 2025 wie ein Damoklesschwert über den Märkten, was mit weiteren Goldrekorden einherging. Anhaltende Konflikte wie der Krieg in der Ukraine und Drohgebärden von Russland gegenüber dem Westen verstärkten die Suche nach stabilen Anlagen.

Viele Zentralbanken – auch aus Schwellenländern – haben ihre Goldreserven in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Laut World Gold Council lagen die offiziellen Nettokäufe seit 2022 regelmäßig bei über 1.000 Tonnen pro Jahr. Eine vollständige „Abkehr“ vom Dollar lässt sich dabei nicht pauschalieren, vielmehr ist die Tendenz zur Diversifizierung der Währungsreserven zugunsten von Gold gut belegt.
Ein mögliches Risiko eines rasant gestiegenen Goldpreises sind Gewinnmitnahmen nach neuen Hochs. Fallen diese zeitlich gebündelt aus, kann dies kurzfristig zu Preisrücksetzern führen – 2025 wurden einzelne größere Rückgänge nach Rekordphasen beobachtet.

Ausblick 2026: Prognosen großer Häuser und DZ BANK Einschätzung

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Goldmarkt 2025 politisch stark aufgeladen war. Für 2026 bleiben viele große Häuser weiterhin optimistisch: Die Deutsche Bank hob ihren Ausblick auf durchschnittlich 4.000 USD an, gestützt durch anhaltende Zentralbankkäufe und die Aussicht auf weitere geldpolitische Entwicklungen. J.P. Morgan erwartet einen Anstieg in Richtung 5.000 USD bis Mitte 2026. Auch die Weltbank rechnet mit weiter hohen Niveaus, getragen von Safe-Haven-Nachfrage und knapper Angebotslage. Das Research Team unseres Mutterkonzerns DZ BANK bleibt für 2026 ebenfalls positiv, sie prognostiziert auf Jahressicht 4.800 USD je Feinunze. Mehr dazu lesen Sie im DZ Research Blog.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum ist der Goldpreis 2025 so stark gestiegen? 

Weil mehrere Treiber gleichzeitig wirkten: Zölle und geopolitische Spannungen erhöhten die Unsicherheit, Zinssenkungen senkten die Opportunitätskosten und starke Zentralbankkäufe stützten die Nachfrage.

Welche Rolle spielen die US Zölle und Trumps Handelspolitik für den Goldmarkt?

Gold dient primär der Wertstabilisierung und Absicherung des Portfolios. Zudem profitieren Anleger nach einer Haltedauer von mehr als 12 Monaten von steuerfreien Kursgewinnen.

Hat die Fed Zinssenkung den Sprung des Goldpreises über 4.000 USD ausgelöst?

Da Gold keine Zinsen erwirtschaftet, führen sinkende Zinsen zu einer stärkeren Nachfrage nach Gold als Investmentprodukt. Das bedeutet, es wird eher in den Goldbarren als in die Anleihe investiert, die nach der Zinssenkung weniger Zinsen erwirtschaftet. Konkret heißt dies: Mehr Nachfrage nach Gold als Investmentprodukt und dadurch steigende Goldpreise.

Wie wichtig ist der Goldkauf von Zentralbanken – und was heißt das für 2026? 

Sie sind ein struktureller Rückenwind, der das hohe Preisniveau stützt. Setzen sich die Käufe und ein moderater Zinskurs fort, bleibt das Umfeld für Gold grundsätzlich stabil. 

Woher weiß ich, wie viel Gold in mein Portfolio muss?

Das hängt von Ziel, Horizont und Risikoprofil ab. Laut der aktuellen Metastudie der Reisebank liegt der optimale Goldanteil zwischen 5 und 16 Prozent. Die Beimischung sollte höher sein, je länger der Anlagezeitraum und je höher der Anteil an risikobehafteten Werten im Portfolio ist. Mehr zur richtigen Beimischung lesen Sie in unserer Metastudie "Gold im Portfoio".

2. Dezember 2025

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