Bolivien

Südamerika

Allgemeines

Offizieller Name des Staates

Republik Bolivien.

Hauptstadt

Sucre.
Regierungssitz: La Paz.

Geographie

Bolivien ist ein Binnenland. Es grenzt im Westen an Peru, im Norden und Osten an Brasilien, im Südosten an Paraguay, im Süden an Argentinien und im Südwesten an Chile. Das weitgehend unfruchtbare Hochplateau Altiplano, eingefasst von den Anden, liegt etwa 4000 m ü. d. M. und macht etwa ein Drittel der Landesfläche aus. Etwa 70% der Bevölkerung leben hier, von denen fast ein Drittel Stadtbewohner sind. Die zweite geographische Region ist ein fruchtbares Tal, das zwischen 1800 m und 2700 m ü. d. M. liegt. Das feucht-tropische, bewaldete Tiefland (Llano) im Osten nimmt zwei Drittel der Gesamtfläche ein.

Regierung

Präsidialrepublik seit 1967. Verfassung von 2009. Zweikammerparlament (Congreso Nacional) aus Senat (Camara de Senadores) mit 36 Mitgliedern und Abgeordnetenhaus (Camara de Diputados) mit 130 Mitgliedern. Legislaturperiode: 5 Jahre. Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre, seit Inkrafttreten der neuen Verfassung max. 2 Wahlperioden. Unabhängig seit 1825 (ehemalige spanische Kolonie).

Staatsoberhaupt

Evo Morales, seit Januar 2006.

Regierungschef

Evo Morales, seit Januar 2006.

Elektrizität

220 V, 50 Hz; La Paz: 110/220 V, 50 Hz; Potosí: 110 V. Die meisten Hotels haben zweipolige Steckdosen für beide Stromstärken. Abweichungen können vorkommen.

Zeitzone

Bolivia Time: MEZ -5

Anreise

Anreise mit dem Flugzeug

Nach dem Ende der Bolivianischen Airline LAB (LLoyd Aereo Boliviano) gründete die Bolivianische Regierung die neue nationale Fluggesellschaft Boliviana de Aviación (BoA), die außer inländischen Städten auch Madrid, Buenos Aires und Sao Paulo anfliegt.
Verbindungen gibt es über Washington-Dulles, Miami u. südamerikanische Flughäfen. Von Frankfurt, Zürich und Wien bestehen Verbindungen nach La Paz über Madrid.

Airpässe

Der TAM South American Airpass ist gültig auf allen Strecken der teilnehmenden Fluglinien innerhalb von Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile (mit Ausnahme der Osterinsel), Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela. Die teilnehmende Fluglinie ist: TAM (JJ). Der Pass gilt für Aufenthalte von mindestens 7 und maximal 45 Tagen und ist nur erhältlich für Passagiere, die ihren Wohnsitz außerhalb Südamerikas haben, in Verbindung mit einem internationalen Hin- und Rückflugticket. Es müssen mindestens 2 und dürfen höchstens 5 Länder bereist werden. Es sind maximal 8 Flugcoupons erlaubt (9 falls Iguazú angeflogen wird), mit maximal 2 Flugunterbrechungen (Stopovers) pro Land. Die Flugroute muss im Flugschein festgelegt und fest reserviert werden. Flüge dürfen umgebucht werden, die Flugroute darf jedoch nicht geändert werden. Kinder unter 12 Jahren erhalten 25%, Kleinkinder unter 2 Jahren (ohne eigenen Sitzplatz) 90% Ermäßigung.

Der Oneworld Visit South America Pass ist gültig auf Strecken der teilnehmenden Fluglinien American Airlines, British Airways, LAN, Qatar Airways sowie die dazugehörenden Fluggesellschaften innerhalb Südamerikas in den folgenden Ländern: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Chile, Ecuador, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela. Nur anwendbar für Passagiere, deren Wohnsitz außerhalb Südamerikas ist. Maximal 6 Monate ab Ankunft in Südamerika gültig. Der Airpass beinhaltet mindestens 3 Coupons. Die Anzahl der Coupons ist nicht limitiert. Für jeden Streckenabschnitt wird ein Coupon benötigt. Die Stopovers sind beschränkt auf die Anzahl der gekauften Coupons. Kinder ab 2 Jahren: keine Ermäßigung. Kleinkinder unter 2 Jahren frei (kein Sitzplatzanspruch). Die Reservierung der gesamten Strecke muss vor Abreise, bzw. Ticketausstellung erfolgen. Pro Streckenänderung, oder Änderung des Flugdatums wird eine Gebühr erhoben. Stornogebühren: Mit Stornogebühr vor Reiseantritt, nach Reiseantritt keine Erstattung. Flugscheinkauf/Ausstellung vor Reisebeginn in Deutschland.

Ausreisegebühr

Flughafengebühr: Inlandsflüge:  2 US$/15 Bolivianos. Auslandsflüge: 25 US$. Ausgenommen sind Transitpassagiere und Kinder unter 2 Jahren.

Ausreisesteuer: 33 US$ (Nur fällig für Reisende, die sich länger als 3 Monate legal in Bolivien aufhalten. Die Ausreisesteuer ist im Flugticket enthalten, wenn der Flugschein in Bolivien gekauft wird.)

Außerdem wird zurzeit ausschließlich an den Flughäfen eine Einreisesteuer für Ausländer erhoben.

Anreise mit dem Pkw

Die Panamerikana verbindet Argentinien mit Peru und durchläuft dabei Bolivien von Süden nach Nordwesten. Durch die Straßenverbindung von La Paz nach Ilo (Peru) ist der Pazifik in 5 Std. erreichbar. Die Andenstraße verbindet Peru, Chile und Bolivien. Diese neue Touristenroute führt von San Pedro de Atacama in Chile durch Bolivien bis nach Arequipa in Peru.
Während der Regenzeit ist von Autofahrten abzuraten. Die Hauptverbindungsstraßen sind in gutem Zustand.

Anreise mit der Bahn

Es gibt eine Verbindung mit dem Tren Internacional von Uyuni nach Calama in Chile.
Die Strecke von La Paz nach Arica (Chile) ist stillgelegt worden.

Anreise mit dem Schiff

Bolivien ist ein Binnenland. Europäische und amerikanische Schiffe laufen die Atlantik- und Pazifikküsten Südamerikas an. Von den Häfen Perus, Chiles, Brasiliens, Paraguays und Argentiniens kann man mit dem Zug nach La Paz oder Santa Cruz weiterfahren. Der nächstgelegene Hafen ist Arica (Chile).
Der wichtigste Hafen am Titicaca-See ist Guaqui, der von Puno (Peru) aus angelaufen wird. Guaqui ist 90 km von La Paz entfernt und kann per Bahn oder Bus erreicht werden.

Vor Ort unterwegs

Unterwegs mit dem Flugzeug

Amaszonas (Z8) (Internet: www.amaszonas.com), TAM Airlines (JJ) (Internet: www.tam.com.br) und EcoJet (8J) (Internet: www.ecojet.bo) betreiben den Inlandflugverkehr. Aufgrund der geographischen und klimatischen Verhältnisse ist das Flugzeug das beste Verkehrsmittel.

Anmerkung zu Flugreisen

Flughafengebühren


15 Bs.

Unterwegs mit dem Auto/dem Bus

Verkehrsmäßig ist das Land noch wenig erschlossen. Das Straßennetz umfasst 50.419 km, lediglich 1940 km davon sind befestigt. Die meisten Straßen befinden sich in der Region Altiplano und in den Anden. Bus: Mit dem Bus, Boliviens Transportmittel Nr. 1, sind alle größeren Orte erreichbar. Unregelmäßiger Busverkehr auf den Nebenstrecken. Taxis haben feste Fahrpreise und werden häufig mit anderen Fahrgästen geteilt, Trinkgeld ist unüblich. Mietwagen: Hertz und einheimische Firmen sind in La Paz vertreten. Unterlagen: Internationaler Führerschein, bei der Federación Inter-Americana de Touring y Automobil (Internet: www.fitac.org) unter Vorlage des nationalen Führerscheins erhältlich. Es ist allerdings ratsam, den internationalen Führerschein bereits vor der Abfahrt zu beantragen.

Unterwegs in der Stadt

Die Linienbusse in La Paz werden von einem Zusammenschluss privater Busunternehmer betrieben. Außerdem gibt es Taxis (Trufi), die auf bestimmten Strecken verkehren sowie Sammeltaxis (Trufibus). Die jeweiligen Routen sind an den verschiedenfarbigen Flaggen zu erkennen. Fahrpreise sind festgesetzt.
Alle größeren Städte verfügen meist über einen zentralen Busbahnhof (terminal terrestre).

Vor Ort unterwegs mit der Bahn

Die Eisenbahnen sind für Reisen über längere Strecken nur bedingt geeignet. Das Streckennetz umfasst 3697 km und besteht aus zwei getrennten Schienennetzen im Osten und Westen des Landes. Der Zugverkehr wurde privatisiert und Zugverbindungen sind eingeschränkt. Das westliche Eisenbahnnetz wird von der Ferrocarril Andino SA (FCA) (Internet: www.fca.com.bo) betrieben und das östliche von der Ferrocarril Oriental SA (FCO). Bolivien und Brasilien planen den gemeinsamen Bau einer neuen Strecke zwischen Santa Cruz und Cochabamba.

Folgende Strecken werden bedient:
Oruro via Uyuni, Tupiza nach Villazón: Expreso del Sur und Wara-Wara del Sur.
Santa Cruz de la Sierra - Yacuíba: Ferrobus und Mixto.
Santa Cruz de la Sierra - Roboré - Quijarro: Rapido.
Santa Cruz de la Sierra - Quijarro: Rapido: Expresszug.
Sucre - Potosí: Ferrobus.
Cochabamba - Higuerani: Ferrobus.
Cochabamba - Aiquile: Ferrobus.
Buen Retiro - Cochabamba: Vorortszug.

Unterwegs mit dem Schiff

Das Abkommen mit Paraguay erlaubt Schifffahrt auf den Flüssen Paraguay und Paraná, so dass Bolivien Verbindungen zum Meer hat. In Bolivien gibt es mehr als 14.000 km schiffbare Flüsse, die fast ganz Bolivien mit dem Amazonasbecken verbinden.
Bolivien hat außerdem zollfreien Zugang zu den Häfen Matarani in Peru, Antofagasta und Arica in Chile, Rosario und Buenos Aires in Argentinien und Santos in Brasilien.
Passagierschiffe verkehren zwischen Copacabana, Huatajata, Puno in Peru und den kleinen Inseln im Titicaca-See. Auf dem Titicaca-See verkehren Tragflächenboote und Katamarane. Kreuzfahrten auf dem Titicaca-See sind buchbar.

Reisewarnung

Überblick Bolivien

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 16.02.2017
Unverändert gültig seit: 08.02.2017

Aktuelle Hinweise

Der am 21. November 2016 wegen der anhaltenden Dürre und Wasserknappheit ausgerufene nationale Notstand gilt fort. Reisenden wird empfohlen, bereits vor Anreise die Hotels wegen der Wasserversorgung zu kontaktieren, um frühzeitig umdisponieren zu können. Private Haushalte sollten dafür Sorge tragen, dass sie für einen angemessenen Zeitraum Trinkwasser vorrätig haben.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Die Auswirkungen von Erdbeben, die zumeist ihr Epizentrum in Chile oder Peru haben, sind gelegentlich in unterschiedlicher Intensität auch in den verschiedenen Landesteilen Boliviens zu spüren.

Reisen über Land / Straßenverkehr

Das Land ist verkehrsmäßig wenig erschlossen. Es gibt nur auf Hauptverkehrsrouten asphaltierte Landstraßen. Alle anderen Verbindungswege (Schotterpisten, Geröll- und Feldwege; wenige Brücken) sind während der Regenzeit (Dezember bis März) oft tagelang nicht passierbar. Reisenden wird geraten, sich vor Ort über die aktuelle Situation zu informieren.

In Bolivien kommt es regelmäßig zu schweren Busunglücken, bei denen meist viele Todesopfer zu beklagen sind. Insbesondere in der Regenzeit gibt es fast täglich Busunfälle in allen Landesteilen. Bei Überlandreisen mit dem Bus wird geraten, nur mit bekannten Busunternehmen zu fahren. Von Nachtfahrten per Bus wird dringend abgeraten. Aufgrund der besonderen Gefährdungssituation rät die deutsche Botschaft in La Paz auch von Überlandfahrten mit Pkw bei Dunkelheit ab. Die Straßen sind in der Regel nicht beleuchtet und vielfach in schlechtem Zustand. Viele Verkehrsteilnehmer, oft auch Busse, fahren ohne Licht oder mit nur unzureichender Beleuchtung. Bei der Anmietung von Pkw für Überlandfahrten ist es - auch im Hinblick auf das Vorgehen bei Verkehrsunfällen (siehe besondere strafrechtliche Vorschriften) – ratsam, einen Pkw mit Fahrer anzumieten.

Es gibt eine gesetzliche Regelung, nach der Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen höhere Benzinpreise als Fahrzeuge mit bolivianischen Kennzeichen zahlen müssen. In der Praxis bedeutet dies, dass viele Tankstellen nicht wissen, wie sie diese Preise abrechnen sollen und sich daher zum Teil weigern, an ausländische Fahrzeuge Benzin zu verkaufen.

Das Eisenbahnnetz, das nur einen geringen Teil des Landes abdeckt, ist für Reisen über längere Strecken nur bedingt geeignet.

Kriminalität

Die Kriminalität in Bolivien hat in den letzten Jahren zugenommen. So gab es vermehrt Vorfälle mit allein reisenden, ausländischen Touristen, die bei der Ankunft am Busbahnhof in La Paz oder am Flughafen in El Alto von falschen Taxifahrern in entlegene Stadtteile gefahren wurden und dort, unter Mithilfe von falschen Polizisten in Uniform mit dem Vorwand, eine Antidrogenkontrolle durchführen zu wollen, ausgeraubt und unter Androhung von Gewalt zur Herausgabe der Kreditkarten und der PIN-Nummer gezwungen wurden (sog. „Expressentführungen"). Es gab Fälle, in denen Personen hierfür sogar einige Tage festgehalten wurden. Ähnliche Fälle wurden auch aus anderen bolivianischen Großstädten berichtet.

Es kommt immer wieder vor, dass falsche Polizisten, die mit anderen Personen zusammenarbeiten (die sich als südamerikanische Touristen ausgeben), Ausweise kontrollieren wollen oder Touristen angeblich zu Polizeistationen bringen wollen. In diesen Fällen sollte man keineswegs in unbekannte Autos einsteigen und sich möglichst vergewissern, dass es sich um echte Polizeiausweise handelt. Personenkontrollen auf offener Straße/Plätzen kommen im Allgemeinen nicht vor.

Es wird dringend geraten, nur auf bekannte Funk-Taxi- und Busunternehmen zurückzugreifen und keine Taxis auf der Straße heran zu winken, insbesondere nicht nachts. In aller Regel fordern Restaurants, Hotels, Kneipen usw. auf Wunsch des Gastes ein Funk-Taxi (Radio-Taxi) an. Außerdem sollte man in der Öffentlichkeit keine großen Bargeldsummen bei sich führen, Ausweispapiere und Geld sollten gut verborgen bei sich getragen werden, echter Schmuck, teure Uhren etc. sollten gar nicht getragen werden.

Es wird auch immer wieder davon berichtet, dass Besuchern von Bars und Diskotheken K.O.-Tropfen verabreicht werden, die eine Ohnmacht und einen Gedächtnisverlust hervorrufen. Diese Zeit wird genutzt, um die betreffende Person auszurauben. Auch Fälle von Vergewaltigungen während der Bewusstlosigkeit der Opfer wurden bekannt.

Es sollten grundsätzlich nie von Fremden angebotene offene Getränke oder Speisen angenommen werden. Einem deutschen Touristen wurde bei einer Überlandfahrt per Bus mit Drogen getränktes Gebäck angeboten, woraufhin der Tourist zwei Tage lang bewusstlos war und ausgeraubt wurde.

Drogenkriminalität ist in Bolivien verbreitet. Von Erwerb, Besitz, Konsum, Handel und der Ausfuhr von Drogen und Drogenprodukten aller Art wird dringend abgeraten. In diesem Zusammenhang wird - insbesondere wegen des nicht abschätzbaren Risikos für die Gesundheit - dringend davon abgeraten, an schamanischen Zeremonien (z.B. Ayahuasca-Zeremonie) teilzunehmen, bei denen halluzinogene Pflanzen verwendet werden.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Gesundheitsvorsorge

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die älter als 12 Monate sind und die innerhalb von 6 Tagen nach einem Aufenthalt in einem WHO-Gelfieber-Endemiegebiet einreisen wollen, die Gelbfieber-Endemiegebiete in Bolivien besuchen wollen und die in ein WHO-Gelbfieber-Endemieland ausreisen wollen. Die Gelbfieber-Endemiegebiete liegen unterhalb von 2.300 m, dazu gehört das bolivianische Amazonaseinzugsgebiet. 

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch, v.a. die Departmentos Beni, Chuquisaca, Cochabamba, El Alto, La Paz, Oruro, Potosi, Riberalta, Santa Cruz, Tarija und Tupiza sind betroffen. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Eine Impfung ist nur in seltenen Fällen zu empfehlen.

[3] Typhus kommt vor, Poliomyelitis nicht. Eine Typhusimpfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen.

[4] Malariaschutz ist ganzjährig erforderlich für alle Regionen unter 2500 m. Ein Risiko besteht im Norden an der Grenze zu Brasilien, in den Departements Pando und Beni, insbesondere im Gebiet von Guayaramerin, Riberalta und Puerto Rico sowie in den tieferen Lagen von Tarija, Cochabamba und La Paz. Ein mittleres Risiko besteht in den übrigen ländlichen Gebieten unterhalb von 2500m. Ein geringes oder kein Risiko besteht in den Städten sowie im Oruro-Departement, den Provinzen Ingavi, Los Andes, Omasuyos und Pacajes (La Paz Departement) und im Potosi Departement.

Vorherrschend ist die weniger gefährliche Form Plasmodium vivax (Malaria tertiana). Die gefährlichere Form Plasmodium falciparum (Malaria tropica) kommt in den Departamentos Pando und Beni, insbesondere in Guayaramerín, Riberalta und Puerto Rico vor. Chloroquin- und Sulfadoxin/Pyrimethaminresistenz von Plasmodium falciparum wurden gemeldet. Einen ausreichenden Schutz bietet langärmelige Kleidung, Mosquitonetze und Insektenschutzmittel. Bei Gebieten mit mittlerem und hohem Malariarisiko (unter 2500 m) empfiehlt sich eine Notfallmedikation.

[5] Wegen der Gefahr möglicher Infektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Unpasteurisierte Milch sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch sollten nicht konsumiert werden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt

Andere Risiken

Chagas-Erkrankungen werden durch Raubwanzen, die vor allem in der südlichen Hälfte und im Zentrum des Landes vorkommen, herbeigeführt. Reisenden, die in einfachen Hütten und im Freien übernachten, empfiehlt sich ein Insektenschutz mit Moskitonetzen.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz. 

Durch hetero- und homosexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV-Infektion.

Die UV-Strahlung in Bolivien ist wegen der extremen Höhenlage sehr stark und kann zu Hautschäden führen. Sonnenschutz durch hautbedeckende Kleidung und Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor ist daher unbedingt erforderlich.

Herzkranke sollten sich wegen der extremen Höhenlage von La Paz Zeit für die Akklimatisation nehmen.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt landesweit vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung, Mückennetze und insektenabweisende Mittel.

Pest-Fälle wurden von der südichen Hälfte von La Paz (Provinzen: Franz Tamayo, Sud Yungas, Valle Grande) gemeldet. Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflicher Tätigkeit in Pestgebieten empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fieber, Gelenkschmerzen und eine Bindehautentzündung. Häufig bleibt die Infektion unbemerkt oder verläuft nur mit milden Symptomen. Bisher dokumentierte, vereinzelte Todesfälle standen überwiegend mit anderen Vorerkrankungen in Zusammenhang. Das Auswärtige Amt rät Schwangeren von nicht zwingend notwendigen Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab, weil das Virus im Verdacht steht, bei Ungeborenen Mikrozephalie zu verursachen.
Es existiert weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Eine konsequente Einhaltung persönlicher Mückenschutzmaßnahmen wird empfohlen.
Gesundheitszeugnis

Für Langzeitaufenthalte wird ein HIV-Test in spanischer Sprache verlangt. Einzelheiten von den konsularischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Geld

Währung

1 Boliviano = 100 Centavos. Währungskürzel: Bs, BOB (ISO-Code). Der Boliviano ist an den US-Dollar gebunden. Banknoten sind im Wert von 200, 100, 50, 20 und 10 Bs im Umlauf; Münzen in den Nennwerten 5, 2 und 1 Bs sowie 50, 20 und 10 Centavos.

Kreditkarten

Gängige Kreditkarten wie MasterCard, Visa, American Express und Diners Club werden in den größten Hotels, in Restaurants und Einkaufszentren in den größeren Städten akzeptiert. Kreditkarten werden allerdings in kleineren Geschäften und in abgelegenen, kleineren Städten selten angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Geldautomaten

ec-/Maestro-Karte/Sparcard
An vielen Geldautomaten kann man mit ec-Karte (sofern diese das Maestro- oder Cirrus-Symbol tragen) Bargeld in Landeswährung abheben (Karten müssen für das Ausland freigeschaltet sein). Geldautomaten sind vor allem in größeren Städten vorhanden. Weitere Informationen von Banken und Geldinstituten.

Achtung: Reisende, die mit ihrer Bankkundenkarte im Ausland bezahlen und Geld abheben wollen, sollten sich vor Reiseantritt bei ihrem Kreditinstitut über die Nutzungsmöglichkeit ihrer Karte informieren. 

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-12.00 und 14.00-18.00 Uhr.

Devisenbestimmungen

Keine Beschränkungen bei der Einfuhr der Landeswährung und von Fremdwährungen. Bei Beträgen ab 50.000 - 500.000 US$ (oder Gegenwert in anderen Fremdwährungen) ist eine Genehmigung der bolivianischen Zentralbank notwendig. Unbeschränkte Ausfuhr der Landeswährung. Ausfuhr von Fremdwährungen unbeschränkt, ab 50.000 - 500.000 US$ Genehmigung (s.o.) notwendig.

Geldwechsel

Fremdwährungen können in den größeren Städten in Banken, in Casas de Cambio (Wechselstuben) und auch in Hotels getauscht werden. Am einfachsten lassen sich US-Dollar in kleineren Stückelungen wechseln. US Dollar werden auch weitgehend als Zahlungsmittel akzeptiert.

Sprache

Überblick

Amtssprache ist Spanisch; daneben auch die Indianersprachen Aimará, Quechua und Tupi-Guarani. Englisch sprechen einige Beamte und Geschäftsleute.

Öffentliche Feiertage

Anmerkung

In den einzelnen Provinzen und Städten gibt es zusätzliche Feiertage.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Bolivien eingeführt werden (Personen über 17 Jahre):

400 Zigaretten und 50 Zigarren oder 500 g Tabak;
3 l Spirituosen;
Neuwaren, die den Gegenwert von 1.000 US$ nicht überschreiten.

Import/Export in die EU

Mate de Coca (Coca-Tee) darf zwar in Bolivien erworben, besessen, konsumiert und aus Bolivien ausgeführt werden, die Einfuhr von Coca-Tee nach Deutschland stellt jedoch einen Verstoß gegen das deutsche Betäubungsmittelgesetz dar. 

Wirtschaft

Geschäftsetikette

Vorherige Terminabsprachen sind unnötig. Geschäftszeiten: Mo-Fr 08.30-12.00 und 14.30-18.00 Uhr.

Wirtschaft

Deutsch-Bolivianische Industrie- und Handelskammer
Calle 15 de Calacoto 7791, Torre Ketal Of. 311, Casilla 2722, BO-La Paz
Tel: (02) 279 51 51.
Internet: www.ahkbol.com

Lateinamerikanische Handelskammer in der Schweiz
c/o DPS Communications, Gessnerallee 28, CH-8001 Zürich
Tel: (79) 699 54 47
Internet: www.latcam.ch

Cámara Nacional de Industrias (Nationale Industriekammer)
Edif. Cámara Nacional de Comercio, Avenida Mariscal Santa Cruz 1392, Casilla 7, BO-La Paz
Tel: (02) 237 44 77.
Internet: www.bolivia-industry.com

Cámara Nacional de Comercio de La Paz (Nationale Handelskammer von La Paz)
Avenida Mariscal Santa Cruz 1392, Edificio Cámara Nacional de Comercio, Pisos 1 y 2, BO-La Paz
Tel: (02) 237 86 06.
Internet: www.boliviacomercio.org.bo

Geschäftskontakte

Deutsch-Bolivianische Industrie- und Handelskammer
Calle 15 de Calacoto 7791, Torre Ketal Of. 311, Casilla 2722, BO-La Paz
Tel: (02) 279 51 51.
Internet: www.ahkbol.com

Lateinamerikanische Handelskammer in der Schweiz
c/o DPS Communications, Gessnerallee 28, CH-8001 Zürich
Tel: (79) 699 54 47
Internet: www.latcam.ch

Cámara Nacional de Industrias (Nationale Industriekammer)
Edif. Cámara Nacional de Comercio, Avenida Mariscal Santa Cruz 1392, Casilla 7, BO-La Paz
Tel: (02) 237 44 77.
Internet: www.bolivia-industry.com

Cámara Nacional de Comercio de La Paz (Nationale Handelskammer von La Paz)
Avenida Mariscal Santa Cruz 1392, Edificio Cámara Nacional de Comercio, Pisos 1 y 2, BO-La Paz
Tel: (02) 237 86 06.
Internet: www.boliviacomercio.org.bo

Kommunikation

Telefon

Internationale Direktdurchwahl.

Mobiltelefon

GSM 1900, Hauptnetzbetreiber umfassen VIVA (Internet: www.nuevatel.com) und Entel Móvil SA (Internet: www.entelmovil.com.bo).

Internet

Hauptanbieter ist Megalink (Internet: www.megalink.com). In den größeren Städten gibt es Internetcafés.

Post

Postsendungen nach Europa sind zurzeit sehr unzuverlässig und langsam. Luftpostsendungen nach Europa wurden seit der Krise der Fluggesellschaft LAB eingestellt. Postlagernde Sendungen sind möglich.

Radio

Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0228) 429 32 08. Internet: www.dw-world.de) anzufordern.

Einkaufen

Überblick

Beliebte Souvenirs sind Holzschnitzereien, Schmuck, Lama- und Alpacadecken, indianische Handarbeiten sowie Gold- und Silberschmuck.

Öffnungszeiten der Geschäfte:
Mo-Fr 09.30-12.30 und 15.00-19.30 Uhr, Sa 10.00-15.00 Uhr.

Nachtleben

Einleitung

In La Paz gibt es zahlreiche Nachtklubs, die meist gegen Mitternacht öffnen, und unzählige Whiskerias, wie die einheimischen Bars genannt werden. Freitags und samstags finden ab ca. 20.00 Uhr Volksmusik- und Tanzaufführungen statt. In Cochabamba und Santa Cruz gibt es Diskotheken.

Kulinarisches

Unterkunft

Hotels

Es gibt mehrere Luxus- und Spitzenhotels. Bedienung und Steuern (insgesamt ca. 25-27 %) werden auf die Rechnung aufgeschlagen. Sofern nicht anders angegeben, gelten die Preise nur für Übernachtung. Preiswerte gute Hotels gibt es überall. Auskünfte vom Bolivian Chamber of Hotel Management, Calle Panamá, esquina Plaza Uyuni, edificio Shoppig Miraflores, 3°, oficina 303, BO-La Paz. (Tel: (02) 222 26 18, (02) 222 62 90)

Camping

Campingplätze sind selten. Gegen eine Gebühr findet sich aber meist ein Platz zum Zelten. Mallasa, Valencia und Palca im Flußtal unterhalb von La Florida sowie Chinguihue (10 km von der Stadt entfernt) sind besonders zu empfehlen.

Kultur

Religion

Katholizismus (95%) ist Staatsreligion; Protestanten (ca. 50.000), Bahai.

Soziale Verhaltensregeln


Umgangsformen: Die üblichen Höflichkeitsformen gelten. Traditionen sollten respektiert werden. Die bolivianische Landbevölkerung nennt sich Campesinos, nicht Indios.

Kleidung: Westliche Kleidung und Essgewohnheiten werden auch langsam von den Campesinos übernommen. Bei gesellschaftlichen Anlässen ist elegantere Kleidung angebracht, ansonsten wird legere Freizeitkleidung akzeptiert.

Nichtraucherzonen
sind gekennzeichnet.

Trinkgeld:
Üblich sind 5-10% in Hotels und Restaurants, obwohl bereits 25% für Bedienung berechnet wird. Gepäckträger erwarten ebenfalls Trinkgeld.

Klima

Beste Reisezeit

Gemäßigtes Klima mit großen Unterschieden zwischen Tag und Nacht. Zwischen November und März fällt der meiste Niederschlag. Die Nordosthänge der Anden sind subtropisch. La Paz wird oft als unangenehm empfunden, da die Luft durch die Höhenlage sehr dünn ist. In den Bergen wird es nachts empfindlich kühl.

Landesdaten

Vorwahl +591 Fläche(qkm) 1098581 Bevölkerung 10800882 Bevölkerungsdichte(pro qkm) 10 Bevölkerung im Jahr 2014 Mitglied der EU No Hauptnotrufnummer 911

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