Studie: Steuern & Goldinvestment – wann der Fiskus draußen bleibt

Gold rostet nicht, Gold geht nicht pleite – und das Finanzamt lässt es meistens unbehelligt. Während bei vielen Anlageklassen Gewinne oder laufende Erträge besteuert werden, bietet physisches Gold häufig Ausnahmen. Wer genauer hinschaut, merkt schnell: Hier geht es nicht nur um ein glänzendes Edelmetall zum Anfassen, sondern um einen Anlagejoker mit interessanten steuerlichen Vorteilen.

Die Metastudie der Wissenschaftler von CFin Research der Steinbeis Hochschule und der Reisebank hat Gold im Portfoliokontext untersucht. Dabei verfolgte der analytische Ansatz das Ziel, ein Portfolio aus verschiedenen Anlageklassen so zu gestalten, dass die erwartete Rendite maximiert und gleichzeitig das Risiko minimiert wird. Ein wesentlicher Faktor dabei sind die steuerlichen Vor- und Nachteile je Anlageklasse – insbesondere beim Gold.

Luft nach oben beim Finanzwissen in Deutschland

Laut OECD ist das Finanzwissen hierzulande lediglich durchschnittlich, vor allem wenn es um Steuern geht. Viele wissen, dass auf Aktiengewinne Abgeltungssteuer anfällt, doch bei spezifischen Produkten wie physischem Gold bleibt das Verständnis oft lückenhaft. Wer die Details kennt, kann sich erhebliche Vorteile sichern.

Mehr Wert fürs Geld: Keine Mehrwertsteuer auf Goldanlagen

Beim Kauf von physischem Gold zu Anlagezwecken fällt – im Gegensatz zu anderen Edelmetallen – keine Mehrwertsteuer an. Normalerweise erhöht die Mehrwertsteuer den Kaufpreis deutlich: Ein Materialwert von beispielsweise 1.000 Euro verteuert sich durch 19 Prozent Mehrwertsteuer auf 1.190 Euro.

Gold ist jedoch nach § 25c UStG von der Mehrwertsteuer befreit, sofern es sich um Anlagemünzen oder -barren mit einem Feingehalt von mindestens 990/1000 handelt. Für andere Edelmetalle wie Silber oder Platin gilt dies hingegen nicht.

Das bedeutet für Sie:

  • Sie müssen keine zusätzliche Belastung durch Mehrwertsteuer einkalkulieren.
  • Die Rendite wird dadurch nicht unnötig geschmälert.
  • Es besteht kein Bedarf, ein Zollfreilager zu nutzen, um Steuern zu vermeiden.

Kurz gesagt: Gold bietet beim Erwerb einen günstigeren Einstiegspreis im Vergleich zu anderen Anlageklassen und anderen Edelmetallen mit gleichem Materialwert.

Abgeltungssteuer umgehen – mit physischem Gold

Während auf viele Kapitalerträge wie Dividenden, Zinsen oder Kursgewinne aus Aktien und Fonds die Abgeltungssteuer von 25 Prozent anfällt, gilt für Gold eine Sonderregelung.

Physisches Gold (Münzen und Barren) sowie andere Edelmetalle wie Silber oder Platin unterliegen nach § 23 EStG nicht der Abgeltungssteuer. Voraussetzung ist allerdings, dass die Haltedauer mindestens ein Jahr beträgt. Gewinne aus dem Verkauf sind dann vollständig steuerfrei.

Das gilt außerdem:

  • Unter einem Jahr Haltefrist sind Veräußerungsgewinne bis zu 1.000 EUR steuerfrei
  • Im Gegensatz zum physischen Gold greift die Abgeltungssteuer bei den meisten Goldpapieren (Goldminenfonds, -aktienanteilen, -zertifikaten, ETFs)

Quelle: Reisebank Metastudie 2025.

Wertentwicklung: Geduld kann sich auszahlen

Über Jahre hinweg bewahrt Gold langfristig seinen Wert, manchmal mit moderaten Kursgewinnen, manchmal mit spektakulären Sprüngen. 2024 war ein solches Ausnahmejahr: Der Goldpreis stieg in Euro um 34 Prozent. Auf solche Spitzenjahre sollte man nicht jedes Jahr setzen, doch die langfristige Stabilität bleibt ein konstanter Vorteil. In der Vergangenheit gab es zwar Zeiträume, in welchen der Goldpreis auch sank, doch langfristig blieb Gold immer seinem Versprechen als Wertspeicher treu.

Gold im Portfolio: Doppelte Absicherung

Gold erfüllt im Portfolio eine besondere Funktion: Es schützt den Wert des Vermögens, indem es andere Assetklassen abpuffert, und bietet gleichzeitig steuerliche Vorteile. Diese Kombination macht Gold zu einer Art „doppeltem Sicherheitsnetz“.

  • Festverzinsliche Anlagen: Stabilität und feste Zinsen
  • Aktien: Dividenden und Kursgewinne, aber schwankungsanfällig
  • Gold: langfristiger Wertschutz und Steuerfreiheit

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet „physisches Anlagegold“ genau?
Es handelt sich um Barren oder Münzen als Investment, z. B. Krügerrand oder Maple Leaf, die als (ehemals) gesetzliches Zahlungsmittel gelten.

Warum ist Gold eine interessante Anlage trotz fehlender Zinsen oder Dividenden?
Gold dient primär der Wertstabilisierung und Absicherung des Portfolios. Zudem profitieren Anleger nach einer Haltedauer von mehr als 12 Monaten von steuerfreien Kursgewinnen.

Auf welche Edelmetalle fällt Mehrwertsteuer?

  • Gold: keine Mehrwertsteuer
  • Silber, Platin, Palladium: 19 Prozent Mehrwertsteuer

Wann sind Gewinne aus Gold steuerfrei?
Physisches Anlagegold ist nach einer Haltedauer von mehr als 12 Monaten steuerfrei. Innerhalb der 12 Monate gilt eine Freigrenze von 1000 Euro pro Jahr; darüber hinaus wird der gesamte Gewinn zum persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.

Gelten die steuerlichen Vorteile auch für Gold-ETCs oder Zertifikate?
Nur teilweise: Steuerfreiheit gilt nur, wenn das Gold physisch hinterlegt ist und die Auslieferung garantiert werden kann. Ansonsten fällt Abgeltungssteuer an.

Wie hoch war die Goldpreissteigerung 2024?
2024 stieg der Goldpreis in Euro um 34 Prozent, ein außergewöhnlicher Wert. Solche Spitzenjahre sind jedoch die Ausnahme; langfristig kann Gold moderate, stabile Wertsteigerungen bieten.

Welche Funktion erfüllt Gold im Portfolio?
Gold bietet doppelte Absicherung: Es puffert die Volatilität anderer Assetklassen ab und schützt gleichzeitig vor steuerlichen Belastungen.

21. Oktober 2025

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