Madagaskar
Anreise
Anreise mit dem Flugzeug
Madagaskars nationale Fluggesellschaft Air Madagascar (MD) bietet Flugverbindungen im Codeshare mit Corseair nach Antananarivo.
In Kooperation mit anderen Airlines bieten Lufthansa (LH) von Deutschland, Swiss (LX) von der Schweiz und Austrian Airlines (OS) von Österreich aus Flugverbindungen nach Madagaskar mit Zwischenstopps an.
Neos (NO) fliegt von Rom und Mailand aus nonstop zur Insel Nosy Be.
Flugzeiten
Frankfurt/M. - Antananarivo: 13 Std. 50; Zürich - Antananarivo: 13 Std. 30; Wien - Antananarivo: 14 Std. 10; Mailand - Nosy Be: 9 Std. 30 Min.
Anreise mit dem Pkw
Maut: Auf Madagaskar gibt es keine mautpflichtigen Straßen.
Unterlagen: Der Internationale Führerschein ist zusätzlich zum nationalen Führerschein erforderlich.
Anreise mit dem Schiff
In den Häfen von Antsiranana, Toamasina, Tolagnaro und Nosy Be legen Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt an.
Vor Ort unterwegs
Unterwegs mit dem Flugzeug
Der Großteil Madagaskars mit Ausnahme einiger Städte des mittleren Hochlands ist per Flugzeug erreichbar; es gibt eine Vielzahl an Landepisten.
Die Fluggesellschaft Madagasikara Airways (7D) bedient den inländischen Flugverkehr und verbindet die Städte Madagaskars miteinander.
Unterwegs mit dem Auto/dem Bus
Das Straßennetz Madagaskars umfasst rund 60.000 km und ist nicht flächendeckend ausgebaut. Die drei Hauptverbindungsstraßen führen von Antananarivo nach Mahajanga (RN4), Toamasina (RN2) sowie Fianarantsoa und Toliara (RN7). In anderen Landesteilen besteht das Straßennetz zumeist aus unbefestigten Wegen. Darüber hinaus gibt es auch Regionen, die nur zu Fuß oder mit dem Hubschrauber erreichbar sind.
Nachtfahrten zwischen den Städten sind wegen der Gefahr von Überfällen unbedingt zu vermeiden.
Maut: Auf Madagaskar gibt es keine mautpflichtigen Straßen.
Tankstellen: In Städten und an großen Nationalstraßen sind ausreichend Tankstellen vorhanden; ansonsten ist das Tankstellennetz eher dünn.
Rechtsverkehr/Linksverkehr
rZustand der Straßen
Die Verbindungsstraßen zwischen Antananarivo und den wichtigsten Küstenstädten sind bis auf die Straße nach Fort Dauphin asphaltiert, werden aber oft nicht ausreichend gewartet. Im Landesinneren sind Allradfahrzeuge die beste Wahl.
Von Dezember bis April (Regenzeit) sind sämtliche Straßen nur schlecht bis gar nicht befahrbar; es ist daher ratsam, sich vor Fahrtbeginn nach dem Straßenzustand der geplanten Strecke zu erkundigen.
Autovermietung
Mietwägen sind in Antananarivo und in größeren Touristenstädten erhältlich. Das Mindestalter für Fahrer liegt in der Regel bei 25 Jahren, als Maximalalter wird oft 70 Jahre angegeben; genaue Auskünfte erteilen die einzelnen Mietwagenfirmen.
Taxi
Sogenannte Taxi-be fahren in Antananarivo auf bestimmten Strecken, wobei es keine festen Zeitpläne gibt. Taxi-brousses, Kleinbusse für bis zu 9 Personen, sind sowohl in den Städten als auch über Land im Einsatz, und Rikschas (Pousse-Pousses) können praktisch überall gebucht werden.
Der Fahrpreis sollte sowohl bei Taxis als auch bei Rikschas immer vorab vereinbart werden.
Fahrrad
Fahrräder können in Antananarivo geliehen oder günstig als Neurad erworben werden. Auch Motorräder können angemietet werden.
Reisebus
Kleinbusse, sogenannte Taxi-brousses (Buschtaxis), bedienen die meisten Orte Madagaskars und verkehren z.B. auch zwischen Antananarivo und den Städten Mahajunga und Morondava.
Das Busunternehmen Visit Mada Tours bietet Bustouren im ganzen Land an, u.a. auch Touren zum Masoala Nationalpark.
Vorschriften
Verkehrsbestimmungen:
- Promillegrenze: 0,8 ‰.
- Für Motorradfahrer besteht Helmpflicht.
Geschwindigkeitsbeschränkungen:
- innerorts: 50 km/h (um Schulen herum 30 km/h);
- außerorts: keine allgemeine Beschränkung; es ist auf Schilder zu achten.
Pannenhilfsdienst
Bei Unfällen und Pannen ist die Mietwagenfirma zu verständigen.
Dokumentation
Der Internationale Führerschein ist zusätzlich zum nationalen Führerschein erforderlich.
Anmerkung zur Reise auf der Straße
Bei Autofahrten in Ballungsgebieten, wie Antananarivo, wird dringend empfohlen, die Autotüren während der Fahrt zu jeder Tages- und Nachtzeit von innen zu verriegeln und die Fenster geschlossen zu halten. Taschen und Wertgegenstände sollten niemals sichtbar im Wagen verbleiben.
Bei Individualreisen über Land ist ebenfalls Vorsicht geboten; es kommt immer wieder zu Überfällen auf Touristen.
Unterwegs in der Stadt
In Antananarivo hat man die Wahl zwischen Taxi, Bus oder einer Stadterkundung zu Fuß. Taxis sind bei Touristen am beliebtesten, Busse am günstigsten, allerdings oft überfüllt.
Taschendiebstähle sind in Antananarivo an der Tagesordnung, und es wird auch immer öfter von bewaffneten Raubüberfällen berichtet. Vor allem im Stadtzentrum und in der Umgebung von Hotels, Restaurants und den Haltestellen der Überlandbusse (Taxis-brousses) ist erhöhte Vorsicht geboten.
Vor Ort unterwegs mit der Bahn
Die Eisenbahngesellschaft Madarail bedient die Strecke Toamasina - Moramanga im nördlichen Teil der Insel. Züge verkehren drei Mal wöchentlich in beide Richtungen und verbinden auf ihrer Fahrt 12 Gemeinden (Fahrtzeit: 13-18 Std.).
Die Gesellschaft Fianarantsoa-Côte Est (FCE) bedient die einzige südliche Strecke zwischen den Orten Fianarantsoa und Manakara.
Unterwegs mit dem Schiff
Die Häfen von Antsiranana, Toamasina, Tolagnaro und Nosy Be werden von Kreuzfahrtschiffen aus aller Welt angelaufen.
Reisewarnung
Überblick
Quelle: Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes
Link: https://www.auswaertiges-amt.de/
(Unverändert gültig seit: Thu, 09 Jul 2026 16:37:37 +0200)
Letzte Änderungen:
Sicherheit - Kriminalität
Redaktionelle Änderungen
Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen".
- Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste.
- Beachten Sie die Hinweise im Ratgeber für Notfallvorsorge und des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
- Bitte beachten Sie die Hinweise unter COVID-19.
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz.
- Erkundigen Sie sich vorab bei den Behörden/Botschaften Ihres Reiselandes zu den aktuell geltenden, verbindlichen Einreisebestimmungen sowie bei Ihrem Reiseveranstalter/Ihrer Flug-/Schifffahrts-/Eisenbahngesellschaft nach den geltenden Beförderungsbestimmungen.
- Verfolgen Sie bei Ihrer Reiseplanung/während Ihrer Reise Nachrichten und Wetterberichte.
- Beachten Sie unseren Haftungsausschluss und den Hinweis zu Inhalten anderweitiger Anbieter.
Sicherheit
Vom Besuch des nördlich der Stadt Tulear gelegenen Battery Beach, den Flussufern des Tsiribihina-Flusses und dem Pic Saint-Louis wird aufgrund hoher Kriminalitätsbelastung abgeraten.
Terrorismus
- Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.
Innenpolitische Lage
Im September 2025 kam es in Antananarivo und zahlreichen Städten Madagaskars zu Protesten. Vor allem Studierende und Jugendliche der „Generation Z" demonstrierten zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. In den ersten Tagen wurden die Proteste durch massive Plünderungen und hartes Eingreifen der Sicherheitskräfte begleitet; es gab zahlreiche Tote und Verletzte. Teilweise wurden nächtliche Ausgangssperren erlassen.
Nach der Solidarisierung von Armee und Sicherheitskräften mit den Demonstrierenden und der Vereidigung eines neuen Staatsoberhauptes im Oktober 2025 hat sich die Sicherheitslage weitgehend beruhigt.
Allerdings kann es auch weiterhin zu kurzfristigen Protestaktionen und Demonstrationen kommen, bei denen gewalttätige Auseinandersetzungen nicht auszuschließen sind.
- Verfolgen Sie aktuelle Entwicklungen mit besonderer Aufmerksamkeit und bleiben Sie besonders umsichtig.
- Informieren Sie sich in den lokalen Medien und auf der Webseite der Deutschen Botschaft Antananarivo über die aktuelle Lage.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts; weisen Sie auch andere Deutsche auf diese Möglichkeit hin. Die Registrierung ist auch per ELEFAND-App möglich.
Kriminalität
Es kommt häufig zu Taschendiebstählen, bewaffnete Raubüberfälle auch am Tag haben stark zugenommen. Betroffen ist vor allem die Hauptstadt Antananarivo, insbesondere das Stadtzentrum um Analakely und die Avenue de l'Indépendance, die Umgebung der von Ausländern bevorzugten Restaurants und Hotels, sowie die Stationen der Überlandtaxis (taxis brousse).
Besonders von Kriminalität belastet sind zudem der nördlich der Stadt Tulear gelegene Battery Beach, die Flussufer des Tsiribihina-Flusses und der Pic Saint-Louis.
Individualreisende im Land sind hinsichtlich einer erhöhten Überfallgefahr besonders gefährdet. Gewaltbereitschaft und der Gebrauch von Waffen haben zugenommen.
Im Südosten des Landes, insbesondere in der Region Anosy (Hauptort Betroka) führen groß angelegte, organisierte Viehdiebstähle immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Strafverfolgungsbehörden und bewaffneten Banden.
Vor allem im Stadtgebiet von Antananarivo, zunehmend aber auch in den touristisch frequentierten Küstenstädten, finden am Abend und in der Nacht Polizeikontrollen statt, bei denen der Reisepass im Original vorzuzeigen ist.
Entführungen
In Antananarivo und Umgebung werden seit Mai 2026 vermehrt Entführungs- und Vermisstenfälle gemeldet, von denen einzelne tödlich endeten. Die Vorfälle betreffen insbesondere Minderjährige, vereinzelt auch Erwachsene. Die madagassischen Behörden haben verstärkte Sicherheitsmaßnahmen, Patrouillen sowie Kontrollen im Stadtgebiet Antananarivos angekündigt.
- Vom Besuch des nördlich der Stadt Tulear gelegenen Battery Beach, den Flussufern des Tsiribihina-Flusses und dem Pic Saint-Louis wird aufgrund hoher Kriminalitätsbelastung abgeraten.
- Lassen Sie Kinder und Jugendliche vor allem bei Aufenthalten in Antananarivo und Umgebung nicht unbeaufsichtigt.
- Meiden Sie auch spontane Menschenansammlungen weiträumig.
- Informieren Sie sich in den lokalen Medien über die aktuelle Lage.
- Seien Sie insbesondere bei Individualreisen durch das Land und bei Fahrten in die Region Anosy (Hauptort Betroka) besonders vorsichtig.
- Verzichten Sie insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit in allen städtischen Gebieten auf Spaziergänge, ob allein oder zu mehreren.
- Bewegen Sie sich nach Einbruch der Dunkelheit nur mit Einzeltaxis.
- Halten Sie in Fahrzeugen insbesondere in Ballungszentren zu jeder Tages- und Nachtzeit die Türen von innen verriegelt und nach Möglichkeit die Fenster geschlossen.
- Lassen Sie keine Taschen und Wertgegenstände sichtbar im Wagen liegen.
- Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher auf; speichern Sie ggf. elektronische Kopien/Fotos. Dies erleichtert im Falle von Diebstahl oder Verlust die Ausstellung eines Ersatzdokuments.
- Geben Sie bargeldlosen Zahlungen den Vorzug und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen oder auffälligen Schmuck mit.
- Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, im Bus besonders aufmerksam und achten Sie auch in Hotels auf Ihre Wertsachen.
- Leisten Sie im Fall eines Überfalls keinen Widerstand.
- Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Telefonanrufen, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfeersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich der Glaubwürdigkeit oder wenden Sie sich an die Polizei.
- Befolgen Sie stets die Hinweise und Anweisungen der Sicherheitskräfte und lokalen Behörden.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts; weisen Sie auch andere Deutsche auf diese Möglichkeit hin. Die Registrierung ist auch per ELEFAND-App möglich.
Piraterie auf hoher See
Vor den Küsten besteht weiterhin ein Risiko von Piratenangriffen und Kaperungen. Trotz der internationalen Bemühungen zur Eindämmung der Piraterie bleibt die Zahl der Piratenangriffe hoch; ein wirksamer Schutz kann nicht garantiert werden.
- Als Schiffsführer in den gefährdeten Gewässern sollten Sie besonders vorsichtig sein und unbedingt eine Registrierung beim Maritime Security Center vornehmen.
Natur und Klima
Es herrscht tropisches Tiefland- und Bergklima.
In Madagaskar ist von Dezember bis April Wirbelsturm-Saison. Vor allem in dieser Zeit ist insbesondere an den Küsten mit Tropenstürmen und intensiven Regenfällen zu rechnen.
Es kann auch zu Überschwemmungen und Erdrutschen und in der Folge zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen. Plötzliche Regengüsse können insbesondere in den Schluchten des Isalo-Massivs schwere Überschwemmungen verursachen, die bereits Todesopfer gefordert haben.
Madagaskar liegt in einer seismisch leicht aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben und vulkanischen Aktivitäten kommen kann.
- Verfolgen Sie regelmäßig Wetterberichte.
- Vermeiden Sie Wanderungen in den Schluchten des Isalo-Massivs während der Regenzeit.
- Beachten Sie die Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland bzw. die Hinweise des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Fall einer Sturmwarnung.
- Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.
- Machen Sie sich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis vertraut. Diese bieten die Merkblätter des Deutschen GeoForschungsZentrums.
Reiseinfos
Siehe Aktuelles
Zuständige Auslandsvertretung
Die deutsche Botschaft in Antananarivo bietet nur eingeschränkt konsularische Dienstleistungen an, siehe Amtsbezirk Madagaskar auf der Botschaftswebseite.
Sprache
Für Individualreisende sind französische oder idealerweise madagassische Sprachkenntnisse unerlässlich, da nicht damit zu rechnen ist, dass die Bewohner Englisch oder Deutsch sprechen. Entlegene Regionen sollten zudem nicht ohne madagassischsprachigen Führer besucht werden.
Infrastruktur/Verkehr
Das innermadagassische Flugnetz ist zwar relativ dicht, allerdings kommt es aufgrund von wirtschaftlichen und technischen Problemen der nationalen Fluggesellschaft Air Madagascar, regelmäßig zu Annullierungen oder massiven Verspätungen. Letzteres gilt auch für private Fluglinien.
Die Hauptverkehrsachsen zwischen der Hauptstadt und den wichtigsten Küstenstädten sind zwar weitestgehend asphaltiert, ihr Zustand verschlechtert sich allerdings wegen mangelnder Wartung insbesondere in der Regenzeit (Dezember bis April) stetig.
Viele Straßen sind nicht befestigte Erdpisten, die in der Regenzeit nur bedingt oder gar nicht befahrbar sind. Oftmals bleiben Regionen über Monate völlig von der Außenwelt abgeschnitten.
Auf den Hauptverbindungsstraßen zwischen der Hauptstadt und den anderen größeren Städten der Insel kommt es immer häufiger zu Überfällen, vorwiegend nach Einbruch der Dunkelheit.
- Fahren Sie stets vorsichtig und defensiv.
- Vermeiden Sie unbedingt Nachtfahrten.
Führerschein
Der internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.
LGBTIQ
- Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.
Rechtliche Besonderheiten
Für militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen (z.B. Flughafen, Brücken, Regierungsgebäude) besteht striktes Fotografierverbot.
Die Einfuhr und das Tragen militärischer Tarnkleidung sind verboten. Verstöße werden mit hohen Geldstrafen geahndet. In schweren Fällen sind auch Haftstrafen möglich.
Verschiedene Orte sind „fady", d.h. (für Ausländer) mit bestimmten, dem Brauchtum entspringenden Beschränkungen belegt oder teilweise auch völlig tabu. In Zweifelsfällen wird empfohlen, sich bei ortskundigen Personen über gegebenenfalls bestehende „Fadys" zu informieren.
In Madagaskar wird Ehebruch mit Freiheits- oder Geldstrafe geahndet. Hinzu kommt ein Schadenersatzanspruch gegen die Täter.
Ein besonderes Augenmerk der madagassischen Justiz liegt auf Sexualdelikten und dem sogenannten Sextourismus. Die Täter werden in Madagaskar unnachgiebig verfolgt und die Delikte mit empfindlichen Freiheits- und Geldstrafen geahndet.
Die Haftbedingungen in Madagaskar sind äußerst schwierig (prekäre sanitäre/hygienische Verhältnisse, überfüllte Gefängnisse, mangelhafte bis nicht existente Versorgung von Häftlingen und nur rudimentäre medizinische Versorgung). Untersuchungshaft kann sich über Jahre hinziehen.
Die Ausfuhr von und der Handel mit bestimmten einheimischen Tier- und Pflanzenarten ist streng verboten (Lemuren, Schildkröten, Echsen u.a.) und wird ebenfalls mit Haftstrafe geahndet.
Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Ariary (MGA). In Antananarivo und den anderen großen Städten besteht die Möglichkeit zum Tausch von Bargeld (EUR/USD) und Travellerschecks bei Banken und Wechselstuben. Die Banken verfügen in der Regel über Geldautomaten, an denen mit Kreditkarten (meist VISA, vereinzelt auch Mastercard etc.) Geld jedoch nur zu einem relativ geringen Gegenwert abgehoben werden kann.
Weltweit operierende Bargeldtransferunternehmen haben in allen größeren Städten Auszahlungsstellen.
Größere Hotels, Restaurants, Geschäfte, Reisebüros, Fluggesellschaften und Supermärkte akzeptieren Kreditkarten.
Einreise und Zoll
Einreise- und Zollbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Bitte erkundigen Sie sich daher vorab zusätzlich bei den Vertretungen Ihres Ziellandes. Nur dort erhalten Sie rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen Ihres Reiselandes. Der deutsche Zoll informiert über die aktuell geltenden Zollbestimmungen bei Einreise nach Deutschland.
Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
- Reisepass: Ja
- Vorläufiger Reisepass: Ja
- Personalausweis: Nein
- Vorläufiger Personalausweis: Nein
- Kinderreisepass: Ja
Anmerkungen:
Reisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.
Visum
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise ein Visum.
Vergehen gegen die madagassischen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen werden unnachgiebig geahndet. Es drohen hohe Geld- bis hin zu Haftstrafen.
Visum vor der Einreise
Für Aufenthalte von mehr als 90 Tagen ist bereits im Vorfeld der Einreise ein gebührenpflichtiges Visum bei der Botschaft der Republik Madagaskar zu beantragen. Sofern das Visum in Madagaskar verlängerbar sein soll, ist es ratsam bereits bei Antragstellung ein entsprechendes Visum der Kategorie „Transformable" zu beantragen.
Visum bei Einreise („on arrival")
Für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen genügt ein Visum, das bei Ankunft am internationalen Flughafen von Antananarivo-Ivato, aber auch an allen anderen Flughäfen mit internationalen Verbindungen (Nosy Be, Antsiranana, Toamasina, Tuléar, etc.) ausgestellt wird.
Die Gebühr für das Visum „on arrival" für Aufenthalte bis zu 15 Tagen beträgt derzeit 30 EUR, bis zu 30 Tagen 35 EUR, bis zu 60 Tagen 40 EUR und bis zu 90 Tagen 50 EUR.
Minderjährige
Alleinreisende Minderjährige, die nicht in Madagaskar wohnhaft sind, sollten eine amtlich beglaubigte Einverständniserklärung der Eltern/Erziehungsberechtigten in französischer Sprache mitführen.
- Beachten Sie ggf. die Hinweise für eine Einverständniserklärung für Minderjährige.
Einfuhrbestimmungen
Devisen können in unbegrenzter Höhe ein – und ausgeführt, müssen jedoch ab einem Gegenwert von 7.500 EUR bei Einfuhr deklariert werden.
Gegenstände des täglichen Bedarfs können eingeführt werden.
Die Einfuhr von Waffen und Drogen aller Art ist strikt verboten.
Aus Madagaskar dürfen Edelmetalle und bestimmte Edel- und Halbedelsteine, Versteinerungen und Fossilien nicht bzw. nicht ohne entsprechende Begleitpapiere ausgeführt werden. Auch die Ausfuhr von einheimischen Tier- und Pflanzenarten ist streng verboten (Lemuren, Schildkröten, Echsen u.a.).
Personen mit Wohnsitz außerhalb Madagaskars dürfen bis zu ein Kilogramm Schmuck ausführen, wenn sie Nachweise über den Tausch von Devisen mindestens im Wert des Schmucks oder Kaufquittungen vorweisen können.
Tiere
Zur Einfuhr von Haustieren sind ein veterinärärztliches Gesundheitszeugnis bzw. eine Seuchenfreiheitsbescheinigung, dass bei Einreise nicht älter als drei Tage sein darf, und ein EU-Heimtierausweis/Impfbuch erforderlich. Die Tollwutimpfung ist vorgeschrieben; zudem müssen in jedem Fall ein aktueller Tollwut-Antikörpertest und ein Attest zum Bandwurmausschluss (Stuhltest) vorgelegt werden.
Gesundheit
Impfschutz
Pflichtimpfungen:
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist für alle Personen älter als neun Monate eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.
Auch bei Transitreisen über die Flughäfen Addis Abeba oder Nairobi kann unabhängig von der Dauer des dortigen Aufenthalts der Gelbfieberimpfnachweis gefordert werden.
Reiseimpfungen:
Es sind Impfungen gegen Hepatitis A und Poliomyelitis empfohlen. Nach individueller Indikation sind zusätzlich Impfungen gegen Denguefieber, Hepatitis B, Typhus und Tollwut angeraten.
Standardimpfungen:
- Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender der STIKO auf aktuellem Stand befinden. Insbesondere sollte ein adäquater Impfschutz gegen Masern sichergestellt sein.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung in Madagaskar ist nicht mit der Versorgung in Deutschland vergleichbar. Außerhalb von Antananarivo fehlt vielerorts medizinisches Fachpersonal. Selbst in der Hauptstadt ist die medizinische Versorgung nicht zufriedenstellend. Planbare Operationen, Eingriffe und Diagnostik sollten in Europa durchgeführt werden. Notfall- und Basisversorgung ist mit Einschränkungen in den großen staatlichen Krankenhäusern sowie einigen Privatkliniken gewährleistet. Die Apotheken haben nur ein stark begrenztes Sortiment wichtiger Standardmedikamente. Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt kommen vor.
- Lassen Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende reisemedizinische Praxen und Impfstellen sind u.a. über die DTG zu finden.
- Nehmen Sie eine Reiseapotheke sowie regelmäßig einzunehmende Medikamente mit. Lassen Sie sich für die Einreise ggf. die Notwendigkeit ärztlich auf Englisch bescheinigen.
- Schließen Sie eine medizinische Evakuierungsversicherung ab.
Durch Mücken, Zecken und sonstige Gliederfüßer übertragene Erkrankungen
Malaria ist eine schwerwiegende Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Es besteht ein ganzjährig hohes Infektionsrisiko im ganzen Land inklusive der Städte. In der Hauptstadt Antananarivo besteht ein mittleres Risiko. Der Anteil an der fast ausschließlich vorkommenden Malaria tropica, verursacht durch Plasmodium falciparum, beträgt über 99%. Eine Karte der Malaria-Risikogebiete stellt die DTG zur Verfügung.
Darüber hinaus gibt es folgende mückenübertragene Erkrankungen, die ganzjährig landesweit auftreten können: Chikungunya-Fieber, Denguefieber, Rift-Valley-Fieber.
- Schützen Sie sich tags und nachts konsequent vor Mückenstichen. Benutzen Sie regelmäßig Mückenschutzmittel und tragen entsprechende Kleidung. Verwenden Sie nachts Bettnetze, siehe Schutz vor Insekten.
- Es gibt Impfungen gegen Chikungunyafieber und Denguefieber. Lassen Sie sich bzgl. Ihres persönlichen Risikos beraten.
- Zur Verhinderung einer Malaria ist in Gebieten mit hohem Malariarisiko zusätzlich zum Mückenschutz eine Tabletteneinnahme sinnvoll. Lassen Sie sich bzgl. der Auswahl entsprechender Medikamente ärztlich beraten.
- Bei Reisen in Gebiete mit mittlerem Malariarisiko, die mehr als 48 Stunden von der nächsten medizinischen Einrichtung mit Möglichkeit zur Malariadiagnostik und -therapie entfernt sind, ist die Mitnahme von entsprechenden Medikamenten zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen. Lassen Sie sich bzgl. der Auswahl entsprechender Medikamente ärztlich beraten.
Im zentralen Hochland von Madagaskar ist die Pest, eine durch den Rattenfloh übertragene bakterielle Erkrankung, endemisch (größtenteils Beulenpest), vor allem in den Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga und Toamasina.
Erkrankungen im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene
Insbesondere durch mangelnde Trinkwasser-, Lebensmittel und Handhygiene können Erkrankungen auftreten, die oft mit Durchfällen einhergehen. Häufig treten unbestimmte Reisedurchfälle. Cholera betrifft Reisende so gut wie nie. Bestimmte Viruserkrankungen der Leber (Virushepatitis A und E), Shigellose, Typhus und Wurmerkrankungen können auch bei Reisenden auftreten. In Madagaskar wurde Poliomyelitis (cVDPV-1) nachgewiesen.
- Beachten Sie unsere grundlegenden Hygienehinweise.
- Lassen Sie sich hinsichtlich einer Hepatitis A- und Typhus-Impfung beraten.
- Stellen Sie einen vollständigen Impfschutz gegen Poliomyelitis sicher. Bei Aufenthalten über 4 Wochen muss laut WHO-Vorgaben eine Impfung 4 Wochen bis 12 Monate vor Ausreise aus dem betroffenen Land erfolgen. Bei einem Aufenthalt unter 4 Wochen ist eine Auffrischimpfung empfohlen, wenn die letzte Impfung vor mehr als 10 Jahren verabreicht wurde, siehe Poliomyelitis-Impfung. Die Nachweispflicht entsprechend der WHO-Vorgaben wird aktuell nicht umgesetzt.
- Lassen sich hinsichtlich einer Cholera-Impfung beraten, falls Sie längerfristig in Choleraepidemiegebieten z.B. als medizinisches Personal oder in der Katastrophenhilfe tätig sind.
Mensch-zu-Mensch übertragene Erkrankungen
In Madagaskar besteht ein Risiko für Mpox und Tuberkulose. Diese Erkrankungen werden i.d.R. durch den engen Kontakt mit infizierten Menschen übertragen.
- Halten Sie sich grundsätzlich von krank wirkenden Personen fern. Besuchen Sie keine Beerdigungen oder Krankenhäuser. Meiden Sie engen Hautkontakt.
- Beachten Sie lokale Warnungen.
- Es gibt keine Reiseimpfempfehlung zum Schutz vor Mpox. Lassen Sie sich unabhängig von einer Reise bzgl. einer Mpox-Impfung ärztlich beraten, wenn Sie die Kriterien der STIKO für eine Impfung erfüllen.
HIV-Infektionen, Mpox und bestimmte Lebererkrankungen (Virushepatitis B, C und D) können auch durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Die Übertragung ist prinzipiell auch durch Drogenkonsum mit unsauberen Spritzen oder Kanülen, Tätowierungen und Bluttransfusionen möglich.
- Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.
- Lassen Sie sich bzgl. einer Hepatitis B-Impfung ärztlich beraten.
Durch Tierkontakt übertragene Erkrankungen
Eine Ansteckung mit Tollwut erfolgt vorrangig über Hunde. Rift-Valley-Fieber kann nicht nur durch Mücken (s.o.), sondern auch durch den Kontakt mit infizierten Wiederkäuern oder Kamelen und deren Produkten und Ausscheidungen übertragen werden. In Madagaskar gibt es keine Giftschlangen. Dagegen kommen einige giftige Spinnen- und Skorpionarten und andere Tiere mit potentiell starker Giftwirkung (z.B. bestimmte z.T. auffällig gefärbte Schmetterlingsraupen, Hundertfüßer, Frösche u.a.) vor. Ciguatera ist eine Erkrankung, die durch Konsum von vergiftetem Fisch entsteht.
- Meiden Sie grundsätzlich den Kontakt zu Tieren und deren Ausscheidungen.
- Sollten Sie von einem Tier gebissen werden, begeben Sie sich umgehend in ärztliche Betreuung.
- Vermeiden Sie Verzehr von Fleischgerichten unklaren Ursprungs und rohen tierischen Produkten.
- Verzichten Sie auf den Verzehr von Seefischen und Meeresfrüchten.
- Lassen Sie sich bzgl. einer Tollwutimpfung beraten. Beachten Sie, dass Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline nicht oder nur sehr begrenzt im Land erhältlich sind.
- Seien Sie vorsichtig, wohin Sie greifen, wohin Sie treten und wohin Sie sich setzen oder legen. Entfernen Sie vor Benutzung von Bettdecken und -laken, Kleidungsstücken, Schuhwerk, Kopfbedeckungen evtl. vorhandene giftige Tiere durch sorgfältiges Ausschütteln.
Weitere Gesundheitsgefahren
Schistosomiasis ist eine Wurmerkrankung, die Baden, Waten oder anderen Freizeitaktivitäten im Süßwasser bereits bei geringem Kontakt mit übertragen werden kann. Auch in fließenden Gewässern können die Würmer übertragen werden.
- Sehen Sie vom Baden und Schwimmen in Binnengewässern ab.
Intensive Sonneneinstrahlung kann zu kurz- und langfristigen Haut- und Augenschäden führen.
- Informieren Sie sich z.B. über die App SunSmart über notwendige Sonnenschutzmaßnahmen.
Reisen ans Meer in Verbindung mit Schwimmen und Wassersport können mit besonderen Gefahren verbunden sein. Durch Tierkot verunreinigte Strände bergen ein Infektionsrisiko für parasitäre Hauterkrankungen wie z.B. Wurminfektionen.
- Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.
- Meiden Sie Strände, die auch von Tieren genutzt werden.
- Machen Sie sich vor einem Tauchurlaub mit den grundlegenden Gefahren des Sporttauchens vertraut und lassen Sie sich vor Reiseantritt tauchmedizinisch beraten und untersuchen. Beachten Sie unsere Informationen zum Tauchen.
Bitte beachten Sie neben dem generellen auch den medizinischen Haftungsausschluss
Länderinfos zu Ihrem Reiseland
Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.
Weitere Hinweise für Ihre Reise
Gesundheitsvorsorge
Übersicht
Die medizinische Versorgung ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und hygienisch hoch problematisch. Erhebliche medizinische Versorgungslücken bestehen vor allem im Hinterland. Vielfach fehlen auch europäisch ausgebildete, Englisch oder Französisch sprechende Ärzte.
Ein ausreichender, dort gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen.
Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.
Anmerkungen Impfungen
[1] Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz. Bei längerem Aufenthalt oder besonderer Exposition empfiehlt sich eine Impfung gegen Dengue-Fieber.
[2] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die älter als 9 Monate alt sind und nach Aufenthalt oder Transit in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitreisende in Madagaskar.
[3] Hepatitis A ist weitverbreitet, Hepatitis B kommt landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.
[4] Hohes Malariarisiko der vorherrschenden gefährlicheren Form Plasmodium falciparum (Malaria tropica) besteht ganzjährig in allen Landesteilen, einschließlich in den Städten und in den Küstengebieten. Mückenschutz u. medikamentöse Vorbeugung wird empfohlen.
[5] Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
[6] Eine Impfung gegen Typhus wird bei Langzeitaufenthalt und bei besonderer Exposition empfohlen. Der Impfschutz gegen Poliomyelitis sollte ggf. aufgefrischt werden.
Essen und Trinken
Andere Risiken
Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.
Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen vor, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.
Mit dem Einsetzen der Regenzeit im November besteht die Gefahr von Chikungunya-Fieber. Diese Viruserkrankung wird von Mücken übertragen. Man sollte tagsüber und nachts Mückenschutz beachten.
In den Küstenregionen tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Reisende reduzieren die Übertragungsgefahr, wenn sie einen wirksamen Insektenschutz benutzen.
HIV/Aids ist im Lande ein Problem und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein lebensgefährliches Risiko bergen.
Die Pest kommt in den Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Majunga (Mahajanga) und Toamasina vor. Die meisten Pest-Erkrankungen kommen während der Regenzeit zwischen Oktober und März vor. Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflicher Tätigkeit in Pestgebieten empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.
Impfungen
Geld
Währung
1 Ariary = 5 Iraimbilanja. Währungskürzel: Ar, MGA (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 10.000, 5.000, 2.000, 1.000, 500, 200 und 100 Ar. Münzen gibt es in den Nennwerten 1, 2, 5, 10, 20, 50 Ar.
Kreditkarten
Gängige Kreditkarten wie American Express, Diners Club, Mastercard und Visa werden in den größeren Hotels, Restaurants, Geschäften, Reisebüros und Supermärkten akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
Geldautomaten
Achtung: Reisende, die mit ihrer Bankkundenkarte im Ausland bezahlen und Geld abheben wollen, sollten sich vor Reiseantritt bei ihrem Kreditinstitut über die Nutzungsmöglichkeit ihrer Karte informieren.
Reiseschecks
Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich. Reiseschecks können in größeren Städten in Banken und in Wechselstuben eingetauscht werden. Der Kaufbeleg muss beim Einlösen vorgelegt werden. Das Einlösen ist mitunter sehr zeitaufwendig.
Öffnungszeiten der Bank
Mo-Fr 08.00-15.00 Uhr.
Devisenbestimmungen
Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist auf 400.000 Ariary beschränkt.
Die Ein- und Ausfuhr von Fremdwährungen ist bis zu einer Summe im Gegenwert von 10.000 € gestattet.
Die Ein- und Ausfuhr von Fremdwährungen ist bis zu einer Summe im Gegenwert von 1.000 € ohne Angaben von Gründen erlaubt. Übersteigt die Summe den Gegenwert von 1.000 € muss der Reisende Umtauschbelege bei der Zollbehörde vorlegen, die von einer Wechselstube oder einem zugelassenen Vermittler ausgestellt sind, und die den Betrag, um den das angegebe Limit überschritten, abdecken.
Währungen
Öffentliche Feiertage
Liste der gesetzlichen Feiertage
Zollfrei Einkaufen
Überblick
Folgende Artikel können zollfrei nach Madagaskar eingeführt werden:
• 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak (Personen ab 18 Jahren);
• 2 l alkoholische Getränke (Personen ab 18 Jahren);
• 2 Flaschen Wein (Personen ab 18 Jahren);
• 2 x 100 ml Parfüm oder Eau de Toilette;
• Persönliche Gegenstände und Geschenke bis zu einem Wert von 1.000 €.
• 1 tragbarer Computer, 1 Tablet, 1 Smartphone, wenn innerhalb eines Monats nicht mehr als zwei Mal nach Madagaskar eingereist wird.
Die Freimengen für zollfreie Waren können sich ändern, manchmal auch kurzfristig, zum Beispiel durch neue Vorschriften oder äußere Umstände. Die Angaben sind immer so aktuell wie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Reisende sollten vor ihrer Reise die aktuellen Freimengen bei den zuständigen Zollbehörden überprüfen. Wir übernehmen keine Verantwortung für Probleme oder Verluste, die durch Änderungen dieser Regeln entstehen.
Verbotene Importe
Die Einfuhr von Waffen und Drogen aller Art ist strikt verboten.
Diese Liste ist nicht vollständig. Reisende sollten die offizielle Zoll-Website konsultieren oder die Botschaft beziehungsweise das Konsulat in ihrer Nähe kontaktieren, um die aktuellsten Informationen zu erhalten.
Importbeschränkungen
Wertvolle elektronische Geräte (Videokameras) müssen bei der Einreise deklariert werden.
Exportbestimmungen
Bestimmte Tier- und Pflanzenarten, Edel- und Halbedelsteine, Versteinerungen und Fossilien dürfen nicht bzw. nicht ohne entsprechende Begleitpapiere ausgeführt werden. Max. 100 g Vanille darf ausgeführt werden. Bis zu 1 kg Schmuck darf ausgeführt werden, wenn Tausch- und Kaufquittungen vorgelegt werden.
Kommunikation
Telefon
Internationale Telefonvorwahl. Die Ländervorwahl von Madagaskar ist 00261.
Ortsnetzkennzahlen beginnen im Festnetz mit 020 gefolgt von der Ortsvorwahl:
Ambatolampy 42 - Ambositra 47 - Antananarivo 22 - Antsirabe 44 - Antsohihy 67 - Diégo Suarez 82 - Farafangana 73 - Fianarantsoa 75 - Fort Dauphin 92 - Maintirano 69 - Majunga 62 - Manakara et Mananjary 72 - Moramanga 56 - Morondava 95 - Nosy-Be 86 - Sambava 88 - Tamatave 53 - Tuléar 94.
Mobiltelefon
4G- und teils 5G-Mobilfunknetz. Netzbetreiber sind u.a. Airtel, Yas und Orange Madagascar S.A. Der Sende-/Empfangsbereich für Mobilfunk deckt das ganze Land bis auf einige entlegene Gebiete ab.
Internet
In Antananarivo und in anderen Städten gibt es mehrere Internetcafés. Inzwischen stellen fast alle Hotels und besseren Restaurants ihren Gästen kostenloses WLAN zur Verfügung. Von entlegenen Gebieten abgesehen, kann das Handy als WLAN-Hotspot dienen.
Post
Sendungen können postlagernd an das Hauptpostamt der Paositra Malagasy geschickt werden. Postsendungen nach Europa sind zwischen 5 Tagen und 2 Wochen unterwegs. Internationale Kurierdienste unterstützen das nationale Postsystem.
Radio
Zahlreiche deutschsprachige Radiosender lassen sich u.a. über Astra-Satelliten bzw. über das Internet in Madagaskar empfangen.
Kultur
Religion
52% Anhänger von Naturreligionen, 41% Christen und 7% Muslime.
Soziale Verhaltensregeln
Allgemeines: Fadys (örtliche Tabus), die von den Ältesten der Dorfgemeinschaft festgelegt werden, regeln das tägliche Leben auf Madagaskar. Als Fady werden auch heilige Orte bezeichnet, die den Madagassen heilig und daher für Ausländer tabu sind, wie z.B. Gräber oder bestimmte Naturheiligtümer wie verehrte Teiche oder Bäume. Man sollte sich vor allem außerhalb der größeren Städte bei ortskundigen Personen über bestehende Fadys informieren und diese unbedingt respektieren.
Kleidung: Zwanglose Kleidung ist durchaus angemessen, nur in vornehmeren Hotels und Restaurants rechnet man eventuell mit eleganter gekleideten Gästen. Badebekleidung gehört an den Strand.
Umgangsformen: Einladungen in Privathäuser sind eher selten. In manchen Gegenden ist es heute noch vereinzelt üblich (soweit die Kosten dieser Aktion es zulassen), einen Ahnen zum Dorffest einzuladen und ihn zu diesem Zweck auszugraben, damit er persönlich anwesend sein kann. Später wird er dann in neue Totenhemden gekleidet und wieder begraben. Dieses Ritual (als Famadihana bekannt) zeigt das Festhalten der Bevölkerung an althergebrachten Traditionen.
Ehebruch und Pädophilie sind per Gesetz verboten und werden mit hohen Freiheits- oder Geldstrafe geahndet. Da nicht auszuschließen ist, dass Ausländer mitunter gezielt in eine kompromittierende Situation gebracht werden sollen, empfiehlt es sich im Kontakt mit jungen Mädchen und Frauen besonders vorsichtig zu sein.
Fotografieren: Militärische oder Polizeieinrichtungen dürfen nicht fotografiert werden, das Gleiche gilt für sicherheitsrelevante Einrichtungen wie z.B. Flughafen, Brücken oder Regierungsgebäude. Personen sollten gefragt werden bevor man sie fotografiert.
Klima
Wirtschaft
Geschäftsetikette
Leichte Tropenkleidung ist auch bei Geschäftsterminen angemessen. Die Botschaft kann nach vorheriger Vereinbarung Dolmetscher zur Verfügung stellen.
Geschäftskontakte
Chambre de Commerce et d'Industrie d'Antananarivo (CCIA) (Industrie- und Handelskammer)
20, rue Henry Razanatseheno, BP 166, Antananarivo, Madagaskar
Tel. +261 (0)20 222 02 11/12.
Website: www.cci.mg/fr
Allgemeines
Hauptstadt
Antananarivo (ehem Tananarive)Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes - https://www.auswaertiges-amt.de/
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