Haiti

Landesdaten

Vorwahl

+509

Fläche(qkm)

27750

Bevölkerung

11.402.528

Bevölkerung im Jahr

2020

Bevölkerungsdichte(pro qkm)

360

Mitglied der EU

No

Hauptnotrufnummer

118

Allgemeines

Hauptstadt

Port-au-Prince.

Geographie

Haiti liegt im und gebirgigen Westteil der Insel Hispaniola, der zweitgrößten Antillen-Insel. Der Ostteil der Insel wird von der Dominikanischen Republik eingenommen. Zum Staatsgebiet von Haiti gehören die Île de la Gonâve im gleichnamigen Golf und die Insel La Tortue nördlich der Hauptinsel. Die Küste bietet Buchten und Strände im Wechsel mit subtropischer Vegetation. Der Naturhafen von Port-au-Prince liegt an einer tiefen, hufeisenförmigen Bucht.

Regierung

Präsidialrepublik seit 1987. Verfassung von 1987. Zweikammerparlament: Abgeordnetenhaus mit 82 Mitgliedern, Senat mit 27 Mitgliedern. Unabhängig seit 1804 (ehemalige französische Kolonie).

Staatsoberhaupt

Interim-Präsident Ariel Henry, seit Juli 2021.

Regierungschef

Ariel Henry, seit Juli 2021.

Elektrizität

110 V, 60 Hz.

Offizieller Name des Staates

Republik Haiti.

Anreise

Anreise mit dem Flugzeug

Von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus gibt es keine Direkt-Flüge nach Haiti.

Nonstop-Flüge von New York nach Port-au-Prince bietet jetBlue (B6) an. American Airlines (AA) fliegt nonstop von Miami nach Port-au-Prince und Cap-Haïtien.

Von Deutschland, Österreich und der Schweiz nach New York bieten u.a. die nationalen Fluglinien Lufthansa (LH), Austrian (OS) und Swiss (LX) Nonstop-Flüge an; nach Miami fliegen Lufthansa (LH) und Swiss (LX).

Eurowings (EW) verbindet Düsseldorf nonstop mit New York und Miami.

Air France (AF) bietet Flüge von Paris nach Port-au-Prince über Miami und Atlanta an. Air Caraibes (TX) fliegt 1-mal pro Woche Port-au-Prince von Paris aus nonstop an. Zubringerflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Paris mit den nationalen Fluglinien.

Flugzeiten

Frankfurt/M. - Port-au-Prince: 23 Std.; Wien - Port-au-Prince: 25 Std.; Zürich - Port-au-Prince: 23 Std. 38 Min. (jeweils mit Zwischenlandungen).

Ausreisegebühr

Die Ausreisesteuer von ca. 23 € (USD 35 $) ist i.d.R. bereits im Ticketpreis enthalten. Bei der Einreise sind 9 € (10 US$) zu entrichten.

 

Anreise mit dem Pkw

Auf dem Landweg ist Haiti von der Dominikanischen Republik aus u.a. über Grenzübergänge in der Nähe der Ortschaften Dajabón, Jimaní und Elias Piña zu erreichen.

Fernbus: Die Busunternehmen Caribe Tours und Metro verbinden regelmäßig Santo Domingo (Dominikanische Republik) mit Port-au-Prince.

Maut: Es gibt keine mautpflichtigen Straßen.

Unterlagen: Zusätzlich zum nationalen Führerschein ist der Internationale Führerschein erforderlich.

 

Anreise mit der Bahn

Es gibt keinen grenzüberschreitenden Bahnverkehr.

 

Anreise mit dem Schiff

Die wichtigsten Häfen sind Port-au-Prince, Cap Haïtien und Labadee.

Kreuzfahrtschiffe

Haiti wird auf zahlreichen in den USA und Kanada startenden Kreuzfahrten der Reedereien Royal Carribean und Celebrity Cruises angelaufen.

 

Vor Ort unterwegs

Unterwegs mit dem Flugzeug

Sunrise Airways (S6) verkehrt zwischen Port-au-Prince und Cap Haïtien.

 

 

Unterwegs mit dem Auto/dem Bus

Das Straßennetz Haitis hat eine Gesamtlänge von 4.300 km. Wegen des maroden Straßennetzes und der Gefahr von Überfällen wird von Nachtfahrten generell abgeraten. Besonders gefährlich ist die Hauptstadt Port-au-Prince.

Maut: Haiti hat keine mautpflichtigen Straßen.

Tankstellen: Derzeit herrscht Benzinknappheit. Eine Vielzahl von Tankstellen wurde geschlossen.

Rechtsverkehr/Linksverkehr

r

Zustand der Straßen

Allwetterstraßen verbinden Port-au-Prince mit Cap Haïtien und Jacmel. Fahrten ins Landesinnere sind aufgrund des schlechten Straßenzustands und der zumeist fehlenden Beschilderung zeitraubend; es ist stets mit tiefen Schlaglöchern zu rechnen.

Autovermietung

Mietwägen können in Port-au-Prince und Pétionville sowie am Flughafen und in den Hotels gemietet werden; es empfiehlt sich, diese mit Chauffeur zu buchen. Fahrer müssen mindestens 21 Jahre alt sein und seit mindestens 1 Jahr den Führerschein besitzen; oft wird Fahrern unter 25 Jahren eine Jungfahrergebühr berechnet.

Taxi

Taxis sind in den Städten und an den Flughäfen verfügbar. Kleine Busse oder Pick-ups, die auf Haiti als Camionettes oder Tap-Taps bezeichnet werden, verkehren als Sammeltaxis auch zwischen den Städten.

Reisebus

Busse von Sans-Souci Tours verbinden regelmäßig Port-au-Prince mit Ouanaminthe via Cap Haïtien (Fahrtzeit: 4 Std.). La Source Transport bedient die Strecke Port-au-Prince - Jacmel (Fahrtzeit: 3 Std.). Auch Städte wie Jérémie, Hinche, Les Cayes und Port-de-Paix werden von Port-au-Prince aus mit Bussen angefahren.

Vorschriften

Verkehrsbestimmungen:
- Trunkenheit am Steuer ist strafbar; eine feste Promillegrenze gibt es jedoch nicht.

Geschwindigkeitsbeschränkungen:
- innerorts: 50 km/h;
- außerorts: nach Beschilderung.

Pannenhilfsdienst

Der ADAC-Auslands-Notruf bietet ADAC-Mitgliedern und Inhabern eines ADAC-Auslandskranken‑ und ‑unfallschutzes umfangreiche Hilfeleistungen bei Fahrzeugpannen, Verkehrsunfällen, Verlusten von Dokumenten und Geld bis hin zu medizinischen Notfällen. Die Notrufnummer ist rund um die Uhr erreichbar; bei Fahrzeugschäden: Tel. +49 (0)89 22 22 22, bei Erkrankungen: +49 (0)89 76 76 76.

Bei Pannen oder Unfällen mit dem Mietwagen ist zunächst der Autovermieter zu kontaktieren.

Dokumentation

Zusätzlich zum nationalen Führerschein ist der Internationale Führerschein erforderlich.

 

Unterwegs in der Stadt

Die farbenfrohen Tap-taps fahren in Port-au-Prince zu Einheitsfahrpreisen, sind aber oft überfüllt.

Taxis haben keine Taxameter; die Preise für bestimmte Strecken sind jedoch von der Regierung festgelegt. Man sollte dennoch den Fahrpreis im Voraus erfragen. Auch preiswerte Sammeltaxis sind verfügbar. Für Ausflüge können Taxis auch stunden- oder tageweise gebucht werden.

 

Vor Ort unterwegs mit der Bahn

Auf Haiti gibt es keinen Bahnverkehr.

 

Unterwegs mit dem Schiff

Von Port-au-Prince aus werden Segelbootfahrten zu den Stränden angeboten; besonders reizvoll ist eine Fahrt im Glasbodenboot über das Sand Cay Reef.

Fracht- und Passagierschiffe pendeln zwischen Jérémie, Cap-Haïtien und Port-au-Prince. Fähren oder kleine Segelboote fahren zu den Inseln, und auch die meisten Städte entlang der Küste sind mit Segelbooten erreichbar.

 

Reisewarnung

Überblick

Stand - Mon, 25 Mar 2024 10:45:00 +0100
(Unverändert gültig seit: Mon, 25 Mar 2024 10:52:46 +0100)

Letzte Änderungen: 

Aktuelles – Ausnahmezustand, Gefechte und Ganggewalt​​​​​​​

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen".
- Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste.
- Beachten Sie die Hinweise im Ratgeber für Notfallvorsorge und  des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
- Bitte beachten Sie die Hinweise unter COVID-19.
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz.
- Erkundigen Sie sich vorab bei den Behörden/Botschaften Ihres Reiselandes zu den aktuell geltenden, verbindlichen Einreisebestimmungen sowie bei Ihrem Reiseveranstalter/Ihrer Flug-/Schifffahrts-/Eisenbahngesellschaft nach den geltenden Beförderungsbestimmungen.
- Verfolgen Sie bei Ihrer Reiseplanung/während Ihrer Reise Nachrichten und Wetterberichte.
- Beachten Sie unseren Haftungsausschluss und den Hinweis zu Inhalten anderweitiger Anbieter.

Aktuelles

Vor Reisen nach Haiti wird gewarnt. Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, im Rahmen vorhandener kommerzieller Flugkapazitäten oder auf jedem sich sonst bietenden sicheren Weg, das Land zu verlassen.

Ausnahmezustand, Gefechte und Ganggewalt

Aktuell kommt es verstärkt zu Gefechten der Nationalpolizei mit zunehmend koordiniert vorgehenden Gangs. Es wurden Polizeistationen angegriffen, Gefängnisse gestürmt, Gefangene befreit und Regierungsgebäude attackiert. Es gab bereits zahlreiche Tote und Verletzte, auch in den ehemals sichereren Vororten von Port-au-Prince. Es gibt Barrikaden und von Banden kontrollierte Checkpoints. Es gilt der Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre. Teilweise kommt es zur Unterbrechung von Internet- und Telefonverbindungen; die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln ist nicht durchgehend gewährleistet. Plünderungen nehmen zu. Es besteht weiterhin ein hohes Entführungsrisiko für Ausländer sowie die konkrete Gefahr bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zu Schaden kommen.

Zahlreiche ausländische Vertretungen haben zwischenzeitlich ihr Personal abgezogen. Auch die deutsche Botschaft ist derzeit für den Besucherverkehr geschlossen und kann im Notfall keine konsularische Hilfe vor Ort leisten.

Der Flughafen Port-au-Prince ist zurzeit geschlossen.

Zahlreiche Verkehrsverbindungen von und nach Port-au-Prince sowie die Straßen im Bereich der Grenzregion zur Dominikanischen Republik stehen unter der Kontrolle von Banden, es kommt zu Straßensperren, Überfällen und Entführungen. Auch Nationalstraßen sind teils dauerhaft durch kriminelle Banden und Auseinandersetzungen mit der Polizei unterbrochen und können nicht passiert werden. Besonders im Großraum Port-au-Prince kommt es täglich zu Entführungen, auch von ausländischen Staatsangehörigen. Die Täter gehen bisweilen mit großer Brutalität vor, siehe Sicherheit - Innenpolitische Lage.

Die Dominikanische Republik hat die Grenzen zu Haiti teilweise geschlossen. Es konnten jedoch ausländische Staatsangehörige Haiti über den Grenzübergang Ouanaminthe/Dajabon im Norden des Landes verlassen. 

  • Wenn Sie sich aktuell in Haiti aufhalten, registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste oder prüfen Sie, ob Ihre Daten aktuell sind. Konnten Sie Haiti verlassen, tragen Sie sich bitte aus der Liste aus.
  • Nutzen Sie die sich Ihnen bietenden Ausreisemöglichkeiten. Sollten Sie planen, das Land auf dem Luftweg zu verlassen, vergewissern Sie sich, ob der Flughafen sicher erreichbar ist und der von Ihnen gebuchte Flug tatsächlich stattfindet.
  • Falls Sie sich im Norden des Landes befinden, wägen Sie individuell ab, ob Sie Haiti auf dem Landweg über den Grenzübergang Ouanaminthe/Dajabon verlassen können.
  • Falls Sie das Land nicht auf einem sicheren Weg verlassen können, bleiben Sie vorläufig an einem geschützten Ort.
  • Beachten Sie, dass die deutsche Botschaft die Dienstgeschäfte derzeit von Santo Domingo/Dominikanische Republik aus wahrnimmt. Reisepapiere können daher in Haiti derzeit nicht ausgestellt werden.
  • Beachten Sie die nächtliche Ausgangssperre.
  • Informieren Sie sich über lokale Medien, einschließlich sozialer Medien.
  • Reduzieren Sie Ihre Bewegungen auf ein absolutes Minimum. Unterlassen Sie Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Fahren Sie außerhalb geschützter Bereiche nur in sondergeschützten Fahrzeugen (ballistische Panzerung), möglichst mit Begleitschutz. Gehen Sie nicht zu Fuß.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie unbedingt den Anweisungen der Sicherheitskräfte.

Sicherheit - Reisewarnung

Vor Reisen nach Haiti wird gewarnt. Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, im Rahmen vorhandener kommerzieller Flugkapazitäten oder auf jedem sich sonst bietenden sicheren Weg, das Land zu verlassen.

Terrorismus

Innenpolitische Lage

Siehe Aktuelles

Die politische und soziale Lage im gesamten Land ist sehr angespannt und verschlechtert sich weiter. Protestaktionen und gewalttätige Auseinandersetzungen krimineller Banden sind an der Tagesordnung und haben sich auch auf bisher als sicher geltende Stadtteile im Großraum Port-au-Prince ausgedehnt. Im Zusammenhang mit der fortdauernden politischen Krise dürfte sich die Situation weiter verschärfen. Es kommt regelmäßig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, auch mit Schusswaffengebrauch und Straßenblockaden. Die Nationalstraße Nr. 2 ist in Martissant durch kriminelle Banden unterbrochen und kann nicht passiert werden.  Auch die Nationalstraßen Nr. 1 sowie Nr. 9 werden immer wieder durch Auseinandersetzungen zwischen Banden und mit der Polizei unterbrochen. Gezielte Attentate sowie vermehrt Entführungen in als ruhig geltenden Wohngegenden, auch von ausländischen Staatsangehörigen, sind an der Tagesordnung.

Die Polizei ist nicht immer in der Lage, Sicherheit und Ordnung wirksam herzustellen.

  • Bitte beachten Sie die geltende Reisewarnung und die Empfehlung zur Ausreise.
  • Informieren Sie sich über lokale Medien, einschließlich sozialer Medien.
  • Reduzieren Sie Ihre Bewegungen auf ein Minimum und bleiben Sie während der Proteste in sicheren Unterkünften.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie unbedingt den Anweisungen der Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Siehe Aktuelles

Das allgemeine Kriminalitätsniveau ist hoch. Vor allem in Port-au-Prince sind Ausländer, die grundsätzlich als wohlhabend gelten, bevorzugte Opfer von Raubüberfällen. Besonders bei und nach der Erledigung von Bankgeschäften, aber auch nach Einbruch der Dunkelheit in der Nähe von höherklassigen Restaurants kommt es zu gezielten bewaffneten Überfällen. Auch auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt werden Ankommende oft zu Opfern von Gewalttaten. Es kommt immer wieder zu Entführungen zum Zwecke der Lösegelderpressung. Dabei gehen die Täter bisweilen mit großer Brutalität vor. Daneben existiert auch die allgemeine Straßenkriminalität, deren Opfer eher zufällig ausgewählt werden.

  • Vermeiden Sie soweit möglich Bargeldabhebungen bei Banken und nutzen Sie stattdessen Kreditkarten.
  • Bei unaufschiebbarem Bargeldbedarf nutzen Sie Geldautomaten in den großen Supermärkten, die besser bewacht sind.
  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher auf; speichern Sie ggf. elektronische Kopien/Fotos. Lassen Sie sie nicht im Auto liegen. Dies erleichtert im Falle von Diebstahl oder Verlust die Ausstellung eines Ersatzdokuments.
  • Achten Sie besonders auf Ihre Reisepapiere (Pass, Ticket, etc.). Das Mitführen von Kopien reicht meist aus.
  • Vermeiden Sie die Ankunft am Flughafen nach Einbruch der Dunkelheit und lassen Sie sich möglichst von einer Vertrauensperson abholen. Teilen Sie ihre Ankunftsdaten nur wenigen zuverlässigen Personen mit.
  • Reduzieren Sie Ihre Bewegungen auf ein Minimum. Mit Einbruch der Dunkelheit sollten Sie sich ausschließlich in geschützten Bereichen aufhalten.
  • Fahren Sie außerhalb geschützter Bereiche nur in sondergeschützten Fahrzeugen (ballistische Panzerung), möglichst mit Begleitschutz. Gehen Sie nicht zu Fuß. Leisten Sie bei einem Überfall keine Gegenwehr und vermeiden Sie eine Gewalteskalation.
  • Kein Stadtviertel von Port-au-Prince, einschließlich Pacot, Turgeau und Pétion-Ville, gilt als sicher.
  • Vermeiden Sie in jedem Fall einen Aufenthalt in folgenden Vierteln von Port- au-Prince, die weitgehend von kriminellen Banden kontrolliert werden: Cité Soleil, Village-de-Dieux, Croix-des-Bouquets, Martissant, Carrefour, Carrefour Drouillard, Champs-de-Mars, Toussant Brave, Bas-Delmas, Santo, Torcelle, Fontamara, Bel Air, Cité Militaire und Jean-Marie Vincent.

Natur und Klima

Das Klima ist subtropisch bis tropisch.
Von Juni bis Ende November ist Wirbelsturmsaison. In dieser Zeit muss mit Tropenstürmen, Starkregenfällen, Erdrutschen und Überschwemmungen gerechnet werden.

Erdbeben

Haiti liegt in einer seismisch aktiven Zone, sodass mit Erdbeben gerechnet werden muss. An den Küsten können nach Seebeben auch Tsunamis auftreten.

2021 kam es zu einem schweren Erdbeben der Stärke 7,2 nahe der Gemeinde Saint-Louis-du-Sud im Südwesten von Haiti, ca. 125 km von der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt. Dabei gab es mehr als 2.200 Tote und mehr als 12.200 Verletzte, über 320 Menschen werden weiterhin vermisst. Außerdem entstanden erhebliche Schäden an Gebäuden und Infrastruktur.

  • Machen Sie sich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben und Tsunamis vertraut. Diese bieten die Merkblätter des Deutschen GeoForschungsZentrums.
  • Verfolgen Sie die lokalen Medien.

Reiseinfos

Zuständige Auslandsvertretung

Die deutsche Botschaft in Port-au- Prince ist derzeit für den Besucherverkehr geschlossen und kann im Notfall keine konsularische Hilfe vor Ort leisten. Die Dienstgeschäfte werden derzeit von Santo Domingo aus wahrgenommen.

Sprache

Grundkenntnisse in Französisch, zur Not auch Englisch oder Spanisch, sind für Reisen nach Haiti unabdingbar. Der überwiegende Teil der haitianischen Bevölkerung spricht jedoch ausschließlich haitianisches Kréol, eine Mischung aus Französisch und afrikanischen Sprachen.

Infrastruktur/Verkehr

Die gesamte Infrastruktur des Landes (Gesundheitssystem, Straßennetz, Telekommunikation, Wasser- und Energieversorgung etc.) funktioniert nur eingeschränkt.

Die Mobilfunkabdeckung ist nur in den Städten gewährleistet.

  • Seien Sie bei Überlandfahrten besonders vorsichtig. Überholmanöver an unübersichtlichen Stellen sind keine Seltenheit.
  • Vermeiden Sie Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Wenn Sie allein unterwegs sein sollten, hinterlassen Sie im Hotel oder bei Bekannten Hinweise zur Reiseroute, -dauer und Erreichbarkeit.
  • Kehren Sie um, wenn Sie an eine Straßenblockade kommen, die erkennbar nicht von der Polizei kontrolliert wird; warten Sie nicht in unmittelbarer Nähe auf die Räumung einer solchen Blockade.

Führerschein

Der internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

LGBTIQ

In Haiti herrscht eine latente Homophobie, die sich insbesondere gegen eine rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen richtet. Im Alltag sind allerdings keine gegen Ausländer gerichteten Diskriminierungen bekannt geworden. Ein Gesetzentwurf, der homosexuelle Ehen ausdrücklich untersagen würde und die Befürwortung dieser Ehen unter Strafe stellen würde, wurde allerdings bisher nicht verabschiedet.

Rechtliche Besonderheiten

Besitz, Konsum und Handel mit Drogen werden hart bestraft. Mit teilweise jahrelangen Gerichtsverfahren und Haftstrafen unter sehr schlechten Bedingungen muss gerechnet werden.

  • Vermeiden Sie unter allen Umständen, Briefe, Päckchen etc. für andere Personen mit über die Grenze zu nehmen und transportieren Sie sie auch nicht innerhalb des Landes, ohne deren Inhalt zu kennen.

Geld/Kreditkarten

Gesetzliches Zahlungsmittel ist der Haitianische Gourde (HTG). Daneben ist eine Bezahlung in USD häufig möglich. EUR oder andere Währungen werden nur in Ausnahmefällen akzeptiert. Beschaffung von HTG kann in Port-au-Prince und einigen Provinzstädten an Geldautomaten erfolgen, die allerdings nicht immer zuverlässig funktionieren. Auf Märkten und kleineren Lokalen erfolgen Preisangaben zum Teil in Dollar, wobei damit die Fiktivwährung haitianischer Dollar gemeint ist (ein haitianischer Dollar = fünf HTG).

Internationale Kreditkarten werden in den größeren Hotels, Restaurants und in den großen Supermärkten der Hauptstadt akzeptiert.

  • Heben Sie Haitianische Währung mit Kreditkarten an Bankautomaten der großen Supermärkte ab oder tauschen Sie dort USD gegen HTG.
  • Bringen Sie eine gewisse Menge Bargeld in USD mit.

Einreise und Zoll

Einreise- und Zollbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Bitte erkundigen Sie sich daher vorab zusätzlich bei den Vertretungen Ihres Ziellandes. Nur dort erhalten Sie rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen Ihres Reiselandes.
Der deutsche Zoll informiert über die aktuell geltenden Zollbestimmungen bei Einreise nach Deutschland.

Mögliche Einreisebeschränkungen/COVID-19

Bestimmungen zur Einreise ändern sich häufig. Bitte informieren Sie sich zusätzlich bei den offiziellen Stellen Haitis sowie der für Deutschland zuständigen Vertretung. Bitte beachten Sie die Hinweise unter COVID-19.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass:  ja
  • Vorläufiger Reisepass: nein
  • Personalausweis: nein
  • Vorläufiger Personalausweis: nein
  • Kinderreisepass: ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Reisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Einreise noch mindesten sechs Monate gültig sein.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten kein Visum. Bei Ankunft müssen ein Einreiseformular und eine Zolldeklaration ausgefüllt werden. Ein Abschnitt des Einreiseformulars muss bei der Ausreise wieder vorgelegt werden.

Ein Flugschein für die Weiter- bzw. Rückreise muss ebenfalls vorliegen.

Für Aufenthalte von mehr als drei Monaten muss vor der Einreise ein Visum bei der zuständigen haitianischen Auslandsvertretung beantragt werden.

Ein- und Ausreise

Touristen und Geschäftsreisende müssen bei Einreise eine Tourismussteuer in Höhe von zehn USD zahlen. Diese Steuer kann alternativ auch in EUR oder kanadischen Dollar (CAD) (jeweils zehn) bezahlt werden.

  • Füllen Sie die Einreiseformulare vollständig aus und bewahren Sie den abgestempelten Abschnitt des Formulars für Ihre Ausreise gut auf.
  • Bei individueller Anreise auf dem Landweg sollten Sie ausreichend Bargeld in kleiner Stückelung mitführen, um die Einreisegebühren passend bezahlen zu können.

Minderjährige

Es sind keine besonderen Bestimmungen für die Einreise Minderjähriger bekannt.

Einfuhrbestimmungen

Dem Auswärtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere Zollvorschriften vor. Teilweise werden in Haiti Produkte von Tieren angeboten, die dem internationalen Artenschutzabkommen unterliegen und deren Einfuhr in die EU und die meisten anderen Staaten unter Strafe verboten ist.

Gesundheit

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist für alle Reisenden ab dem vollendeten ersten Lebensjahr eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Typhus und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Dengue-Fieber, Hepatitis B, Tollwut und Cholera empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung in den Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

Zika-Virus-Infektion

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.

Dengue-Fieber

Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Eine Chemoprophylaxe und eine spezifische Therapie existieren nicht. Eine Impfung ist verfügbar, siehe Dengue-Fieber. 

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.
  • Lassen Sie sich bezüglich einer Impfung von Tropen- und/oder Reisemedizinern beraten.

Chikungunya

Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe Chikungunya-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

Ganzjährig besteht ein hohes Malarisrisiko in den Provinzen Grand'Anse und in Teilgebieten von Sud-Est (einschl. der Stadt Jacmel) im Westen des Landes. Ein mittleres Risiko besteht im Rest des Landes, auch in den Städten und auf den Inseln. Der Anteil an Malaria tropica (P. falciparum) beträgt über 99%. Eine Karte der Risikogebiete stellt die DTG zur Verfügung.

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz. 

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

HIV/AIDS

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Durchfallerkrankungen

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (s.u.) jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch den Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Cholera

Cholera wird über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen und kann daher gut durch entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene vermieden werden. Nur ein kleiner Teil der an Cholera infizierten Menschen erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden Verlauf. Die Indikation für eine Choleraimpfung ist nur sehr selten gegeben, in der Regel nur bei besonderen Expositionen wie z.B. der Arbeit im Krankenhaus mit Cholerapatienten, siehe Cholera.

  • Lassen Sie sich hinsichtlich Ihres Risikoprofils ggf. durch einen Tropen- oder Reisemediziner beraten.

Leptospirose

Ganzjährig kann die Leptospirose vereinzelt durch mit Nagetiersekreten kontaminiertes u.a. Wasser übertragen werden.
Diese bakterielle Infektion verläuft meist wie ein milder grippaler Infekt, kann in seltenen Fällen jedoch auch zu schwerwiegender Beteiligung der Leber und Nieren führen.
Bei zu erwartender Exposition kann im Einzelfall nach sorgsamer Risikoabwägung durch einen Reise- bzw. Tropenmediziner eine medikamentöse Prophylaxe mit Doxycyclin erfolgen, siehe Leptospirose.

Medizinische Versorgung

Das Angebot zur Gesundheits- und Notfallversorgung ist in der Hauptstadt und insbesondere in ländlichen Gebieten unzureichend, d.h. in der Regel nicht mit europäischen technischen und hygienischen Standards vergleichbar.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch reisemedizinische Beratungsstellen, Tropen- oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die DTG.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Alle Angaben sind abhängig von den individuellen Reiseverhältnissen zu sehen und ersetzen nicht die ärztliche Konsultation sowie eine eingehende medizinische Beratung. Sofern zutreffend, beziehen sich Angaben i.d.R. auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland und sind insbesondere auf längere Aufenthalte vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen und Einreisen aus Drittländern können Abweichungen gelten.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Kulinarisches

Übersicht

Neben französischer Küche findet man kreolische Spezialitäten, französische, tropische und afrikanische Einflüsse werden auf interessante Art miteinander verbunden. Zu empfehlen sind Guineahuhn mit saurer Orangensoße, Tassot de dinde (getrocknetes Truthahnfleisch), Grillot (Schweinefleisch), Diri et djondjon (Reis mit schwarzen Pilzen), Riz et pois (Reis mit Erbsen), Langouste flambé (flambierter Hummer), Ti malice (kleine Banane), Piment oiseau (scharfe Soße) und Grillot et banane pese (Koteletts mit Bananen). Zum verlockenden Angebot an Süß- und Nachspeisen gehören Süßkartoffelpudding, Mangokuchen, frisches Kokosnusseis, Cashewnüsse und frisches Obst. Getränke: In besseren Restaurants wird französischer Wein angeboten. Das Inselgetränk ist jedoch Rum. Der einheimische Barbancourt wird in Haitis ältester Brennerei gebrannt.

Pass- und Visabestimmungen

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Ausreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Visainformationen

Nicht erforderlich für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen für folgende, in der obigen Tabelle genannten Länder:

EU-Länder, Schweiz und Türkei.

Bei Ankunft in Haiti muss ein Einreiseformular ausgefüllt und bei der Ausreise wieder vorgelegt werden. Die Gebühr für dieses bei der Einreise erhältliche Touristenvisum beträgt 10 US$. Bei der Einreise wird außerdem eine Tourismussteuer in Höhe von 30 US$ erhoben, die im Ticketpreis für internationale Flug- und Busreisen enthalten sind.

Kosten

Einreiseformular für Touristen: 30 US$. 

Besuchervisum für Aufenthalte von über 3 Monaten: 30 €.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Transitreisende, die mit dem gleichen oder dem nächsten Anschluss am selben Tag weiterreisen, den Transitraum nicht verlassen und über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen, benötigen kein Visum.

Antrag erforderlich

Besuchervisum für Aufenthalte von über 3 Monaten:

(a) 2 Antragsformulare.
(b) 2 Passbilder.
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist.
(d) Ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt (Hotelvoucher, Bankbestätigung, Firmenschreiben, Einladung aus Haiti o. Ä.).
(e) Gebühr (per Verrechnungscheck bei Antragstellung).
(f) Einschreiben-Rückumschlag für die Zustellung des visierten Passes plus 5 € für das Porto.

Temporärer Wohnsitz

Informationen von der Botschaft.

Bearbeitungsdauer

ca. 2 Wochen. 

Benötigte Dokumente bei der Einreise

Rück- bzw. Weiterreiseticket, ausgefülltes Einreiseformular, das 30 US$ kostet, und Zolldeklaration sowie Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist. 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Elektronischer Reisepass für Personen unter 24 Jahren oder noch gültiger maschinenlesbarer Kinderreisepass (dieser wird seit dem 1.1.2024 nicht mehr ausgestellt; bereits vorhandene Kinderreisepässe können bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit entsprechend der Einreisebestimmungen der einzelnen Länder genutzt werden).

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Einreisebeschränkungen

Das bei der Einreise ausgefüllte Einreiseformular muss bei der Ausreise vorgelegt werden. 

Gesundheitsvorsorge

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die in Haiti den Flughafen nicht verlassen.

[2] Malariaschutz ganzjährig erforderlich in bewaldeten Gebieten von Gros Morne, Hinche, Maissade, Chantal und Jacmel. In den anderen Kantonen ist das Malariarisiko gering. Port-au-Prince ist malariafrei. Es kommt fast ausschließlich die gefährlichere Form Plasmodium falciparum vor. Empfehlung: Mückenschutz und Notfallmedikation.

[3] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung. Das Risiko einer Infektion ist sehr hoch. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[4] Landesweit besteht ein erhöhtes Risiko für Darminfektionen. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Ansonsten sollte das Trinkwasser abgekocht sein. Bei Reisen ins Landesinnere sollte genügend Trinkwasser in Flaschen mitgeführt werden. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Milchprodukte aus ungekochter Milch sollten vermieden werden; ebenso Schweinefleisch, rohe Salate und Mayonnaise. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Vor dem Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten, die als Delikatessen in Speiserestaurants angeboten werden, ist wegen möglicher Algenvergiftung Vorsicht geboten.

Andere Risiken

Bilharziose-Erreger können in manchen Teichen und Flüssen vorkommen, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Die durch Stechmücken übertragene Virusinfektion Chikungunya kommt vor. Konsequenter Schutz vor Insekten wird empfohlen.  

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor (Hauptübertragungszeit: August bis Februar). Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Ebenfalls landesweit tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Reisende reduzieren die Übertragungsgefahr, wenn sie einen wirksamen Insektenschutz benutzen.

Hepatitis A und B treten auf. Impfschutz gegen Hepatitis A wird empfohlen, bei Langzeitaufenthalten und bei Kindern und Jugendlichen auch gegen Hepatitis B.

Haiti hat die höchsten HIV/Aids-Durchseuchungszahlen in der Karibik: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Tollwut kommt vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fieber, Gelenkschmerzen und eine Bindehautentzündung. Häufig bleibt die Infektion unbemerkt oder verläuft nur mit milden Symptomen. Bisher dokumentierte, vereinzelte Todesfälle standen überwiegend mit anderen Vorerkrankungen in Zusammenhang. Das Auswärtige Amt rät Schwangeren von nicht zwingend notwendigen Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab, weil das Virus im Verdacht steht, bei Ungeborenen Mikrozephalie zu verursachen.
Es existiert weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Eine konsequente Einhaltung persönlicher Mückenschutzmaßnahmen wird empfohlen.

Übersicht

Die medizinischen Einrichtungen sind begrenzt, die hygienischen Verhältnisse ungenügend.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung mit Rückholversicherung wird dringend empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Geld

Währung

1 Gourde = 100 Centimes. Währungskürzel: Gde, HTG (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 1000, 500, 250, 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Gde. Münzen in den Nennbeträgen 5 und 1 Gde sowie 50, 20, 10 und 5 Centimes.
Anmerkung: Preisangaben erfolgen überwiegend nicht in Gourdes, sondern in Dollar, wobei stets der so genannte haitianische Dollar gemeint ist (1 haitianischer Dollar entspricht 5 Gourdes).

Kreditkarten

Kreditkarten (Visa, Mastercard und American Express) werden teilweise in größeren Hotels, Restaurants und in größeren Supermärkten in der Hauptstadt, ansonsten eher selten, akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
 

Geldautomaten

Bankkarten
 
Mit der Kreditkarte und Pinnummer kann an Geldautomaten Geld abgehoben werden. Zur Sicherheit sollten Reisende stets über eine alternative Geldversorgung wie zum Beispiel Bargeld verfügen. Weitere Informationen von Banken und Geldinstituten.
Achtung: Reisende, die mit ihrer Bankkundenkarte im Ausland bezahlen und Geld abheben wollen, sollten sich vor Reiseantritt bei ihrem Kreditinstitut über die Nutzungsmöglichkeit ihrer Karte informieren.

Geldautomaten, die jedoch nicht immer funktionieren, sind in der Hauptstadt und einigen Provinzstädten zu finden. Sicherheit beim Abheben bieten Geldautomaten in bewachten Supermärkten.

Reiseschecks

Reiseschecks werden auf Haiti nicht akzeptiert.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 08.30-16.00 Uhr. Einige Banken öffnen auch Samstag vormittags.

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung und von Fremdwährungen ist unbegrenzt. Deklarationspflicht besteht bei Beträgen über 200.000 Gde.

Geldwechsel

US-Dollar werden überall gewechselt und als Zahlungsmittel anerkannt. Andere Fremdwährungen können nur in einigen Banken gewechselt werden. Es ist ratsam, Bargeld (US-Dollar) in ausreichender Menge und ausgewogener Stückelung mitzubringen. Geldwechsel ist auch bei Straßenhändlern möglich, jedoch ist hier Vorsicht geboten und es sollten nur kleinere Beträge gewechselt werden.

Wechselkurse

HTG

Öffentliche Feiertage

year

2024

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können im Handgepäck zollfrei nach Haiti eingeführt werden (Personen ab 16 J.):
200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak;
1,5 l alkoholische Getränke;
50 g Parfüm und 250 ml Eau de Toilette;

500 g Kaffee oder 200 g Kaffeeextrakt;

100 g Tee oder 50 g Teeextrakt.

Neue Waren für den persönlichen Gebrauch bis zu einem Gesamtwert von 2500 Gde.
 

Verbotene Importe

Schusswaffen (ausgenommen sind Sportgewehre mit Einfuhrlizenz), Kaffee, Streichhölzer, Methylalkohol, Schweinefleisch, Fleischprodukte aus Brasilien und der Dominikanischen Republik.

Kontaktadressen

Wirtschaft

Geschäftsetikette

Dolmetscherdienste können in der Regel vermittelt werden. Geschäftsreisende werden normalerweise vom einheimischen Geschäftspartner zum Essen eingeladen und sollten eine Gegeneinladung aussprechen. Auf Pünktlichkeit wird Wert gelegt. Geschäftsreisen legt man am besten in die Monate November bis März.

Geschäftszeiten:
Mo-Fr 08.00-16.00 Uhr.

Geschäftskontakte

Handelsabteilung der Ständigen Vertretung von Haiti in Genf
64 rue de Lyon, 1203 Genf, Schweiz
Tel. +41 (0)22 715 49 90.
Website: haitigeneve.org

Chambre Haïtienne de Commerce et d'Industrie (Industrie- und Handelskammer)
Boulevard Harry Truman, Boîte Postale 982, Port-au-Prince, Haiti
Tel. +509 (0)223 07 86.

Chambre Franco-Haïtienne de Commerce et d'Industrie (CFHCI)
5 Goulard, Petionville, Haiti
Tel. +509 (0)39 49 54 49.

Kommunikation

Telefon

Selbstwählferndienst.

Mobiltelefon

GSM-Netz wurde vor kurzem eingeführt, Netzbetreiber ist Haïtel (Internet: www.haitelonline.com). Mobiltelefone können vor Ort gemietet werden.

Internet

In größeren Städten gibt es Internetcafés. Internetanbieter sind Compa (Internet: www.compa.net), InterMediaExPress (Internet: www.intermediahaiti.com/ixp) und Netcom.

Radio

Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0228) 429 32 08. Internet: www.dw-world.de) anzufordern.

Post

Luftpost nach Europa benötigt bis zu einer Woche. Das Hauptpostamt in Port-au-Prince, Cité de l'Exposition, befindet sich am Place d'Italie. Öffnungszeiten der Postämter: Mo-Fr 08.00-20.00 Uhr und Sa 08.30-12.00 Uhr. Briefe, die nach 09.00 Uhr abgegeben werden, werden erst am folgenden Werktag weiterbefördert.

Sehenswürdigkeiten

Einkaufen

Überblick

Auf dem Marché de Fer gibt es einheimische Waren unterschiedlicher Qualität, z. B. Schnitzereien, bedruckte Stoffe, Lederartikel, Gemälde (besonders die berühmte naive Malerei), Strohhüte, Halsbänder und Schmuck aus Obstkernen, Zigarren und Lebensmittel. Port-au-Prince bietet eine gute Auswahl an Geschäften und Boutiquen mit einem reichhaltigen Angebot an einheimischen und importierten Artikeln. Handeln ist üblich. Öffnungszeiten der Geschäfte: i. A. Mo-Fr 08.00-12.00 und 13.00-16.00 Uhr, Sa 08.00-13.30 Uhr.

Nachtleben

Einleitung

Das Angebot ist vielfältig und reicht von Spielkasinos über afrikanische Trommelmusik bis zu westlicher Musik und Tanz. Abends finden in mindestens einem der großen Hotels Veranstaltungen statt, die Hauptattraktionen sind Folkloregruppen und Aufführungen von Voodoo-Tänzen und Gesängen. Samstag nachts wird auf den Freiluftbühnen der Volkstanz Bamboche aufgeführt.

Kultur

Religion

Überwiegend römisch-katholisch (80 %) und Protestanten (16 %), im April 2003 wurde auch der Voodoo-Kult in Haiti als offizielle Religion anerkannt. Etwa 70 % der Bevölkerung gelten als Voodoo-Anhänger. Obwohl Voodoo besonders im westlichen Religionsverständnis oft mit »Schwarzer Magie« gleichgesetzt wird, handelt es sich um eine polytheistische Religion mit Tanzritualen und Gesängen.

Soziale Verhaltensregeln


Zwanglose Kleidung wird akzeptiert, Badekleidung gehört an den Strand oder Swimmingpool. Nur in sehr eleganten Restaurants wird Abendgarderobe erwartet. Wegen der Gefahr von Raubüberfallen sollten Wertsachen nicht zur Schau gestellt werden, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit ist größte Vorsicht angebracht. Fotografieren: Die ablehnende Haltung zahlreicher Haitianer dagegen sollte unbedingt respektiert werden. Trinkgeld: Hotels und Restaurants berechnen 10%. Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld.

Klima

Beste Reisezeit

Tropisch mit periodisch auftretenden Regenfällen ganzjährig; in Höhenlagen wesentlich kühler, an den Küsten sehr schwül.

Sprache

Überblick

Französisch und Kreolisch (Mischung aus Französisch, Englisch, Spanisch und westafrikanischen Sprachen) sind Amtssprachen. Sie werden von rund 85% der Bevölkerung gesprochen. In Touristengebieten wird häufig auch Englisch gesprochen.

Übersicht

Bergige Landschaft und tropisches Klima sind Zutaten, die Haiti zu einer Urlaubsdestination machen könnten, aber Jahrzehnte der Armut, Krisenanfälligkeit und Gewalt, besonders seit den 1980er Jahren, haben dies fast vollständig unmöglich und Haiti zum ärmsten Land der Amerikas gemacht.
Haiti teilt sich die Insel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik.
Unter der brutalen Diktatur von Francois 'Papa Doc' Duvalier und seinem Sohn Jean-Claude ('Baby Doc') wurde politischer Widerspruch systematisch ausgerottet und politische Gegner eingesperrt oder umgebracht. Als Jean-Bertrand Aristide 1990 gewählt wurde, sah es für Haiti besser aus, aber kurze Zeit später wurde er von der Armee gestürzt.
Wirtschaftliche Sanktionen und ein US-Militäreingriff verhalfen dem Land zwar 1994 zu einer verfassungsmäßigen Regierung, aber die Situation verbesserte sich auf Grund von Vorwürfen des Wahlbetrugs und der andauernden Folter und Brutalitäten nicht.

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