Spendenaktion Bahnhofsmission Muenchen

Weihnachtsspende: 15.000 Euro für die Münchner Bahnhofsmission

Der Aufenthaltsraum, in dem sich Bettina Spahn mit ihren Gästen trifft, ist schlicht, funktional und aufgeräumt – das muss er auch sein. Denn am Abend wird der Raum für die Nacht umgerüstet. Dann wird er bis zu fünf Personen eine Schlafgelegenheit bieten. „Es gibt immer mehr Frauen oder Frauen mit Kindern, die hier die Nacht verbringen, weil sie Wärme und Schutz suchen und unser normales Raumangebot zum Übernachten nicht mehr ausreicht“, erklärt sie. Bettina Spahn ist eine der beiden Leiterinnen der Münchner Bahnhofsmission und sie hat an diesem Nachmittag Andreas Seybold, einen Münchner Mitarbeiter der Reisebank und Dr. Tilmann Gerhards, einen der beiden Vorstände der Reisebank bei sich zu Gast. Die beiden wollen sich bedanken für die wichtige Unterstützung, die diese Einrichtung am Münchner Hauptbahnhof bedürftigen Menschen bietet. Anlass ist eine Spende der Reisebank an die Bahnhofsmission in München in Höhe von 15.000 Euro. 

170 helfende Hände für Schutzsuchende

Mit Leitung und Verwaltung arbeiten insgesamt 24 hauptamtliche Mitarbeitende, 4 Mini-/Midijobber, 2 Praktikant*innen der Sozialen Arbeit, 5 Mitarbeitende im FSJ / BFD und 135 ehrenamtliche Mitarbeitende im Münchner Hauptbahnhof im blauen Dress der Bahnhofsmission. Allein die Größe des Teams aus Haupt- und Ehrenamtlichen und Helfenden zeigt, wie umfangreich und vielseitig die Arbeit ist. In etwa 300.000 Kontakte und 5.000 Übernachtungen von Frauen und Frauen mit Kindern zählt die Bahnhofsmission in diesem Jahr. Folglich ist die Spende der Reisebank hochwillkommen: „Wir sind überaus dankbar für diese Spende angesichts der wachsenden Aufgaben, die die Bahnhofsmission hat“, sagt Bettina Spahn und erklärt, dass damit besonders Bedürftige unterstützt werden.

Vor allem Frauen nutzen Angebot

„Es ist uns wichtig, dass wir mit unserem Beitrag direkt dort helfen können, wo wir als Unternehmen im Umfeld auch selbst angesiedelt sind. An den Verkehrsknotenpunkten der Republik“, betont Tilmann Gerhards die Spendenauswahl und führt weiter aus: „Hier kommen nicht nur jeden Tag abertausende Menschen an und reisen ab und benötigen dabei im Kleinen zuweilen Hilfe oder einfach nur einen Schluck Wasser oder ein bisschen Ansprache, es gibt leider auch viele Menschen, die hier gestrandet sind, kein Dach über dem Kopf haben oder drogenabhängig sind. Es macht mich immer wieder demütig zu sehen, mit welcher Hilfsbereitschaft hier Unterstützung angeboten wird.“ 

Das Leistungsspektrum ist wie immer in einer Bahnhofsmission breit gefächert, weiß Andreas Seybold zu berichten. Es reicht von der kleinen Handreichung oder der Tasse warmem Kaffee über die Notfallhilfe in Form von einem Essensangebot oder Lebensmittelpaketen bis hin zum Angebot der Übernachtung in den Räumlichkeiten, damit Frauen sicher vor Zugriffen ein Dach über dem Kopf haben. Seybold selbst hat lange Zeit auch in der Reisebank-Filiale im Münchner Hauptbahnhof gearbeitet, bevor er in die Innenstadt wechselte. „Die besondere Atmosphäre am Bahnhof ist mir natürlich vertraut und ich habe die helfenden Menschen oft wahrgenommen. Deshalb bin ich zutiefst beeindruckt davon, was hier tagtäglich geleistet wird.“ 

Für die Bahnhofsmission ist die besondere Herausforderung die Zunahme der Armut. So hat sich die Zahl der Kontakte in den vergangenen fünf Jahren massiv nach oben entwickelt. Allein am öffentlichen Bild des Bahnhofes lasse sich die Zunahme an Armut feststellen, erklärt die Leiterin Spahn. Es kämen immer mehr Menschen, die größtenteils unverschuldet in existenzielle Not abgerutscht sind. Vor diesem Hintergrund sind die vielen helfende Hände dringend auch auf private beziehungsweise privatwirtschaftliche Spenden angewiesen.

Fotos: Bernd Wackerbauer

17. Dezember 2024

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