Wechselkurse: Der Preis des Geldes - Warum kostet der Geldumtausch Gebühren

Geld wird aus einem Portmonnaie genommen

Tagtäglich wechseln die Bargeldexperten in den Geschäftsstellen tausendfach unzählige Sorten – und verlangen dafür Gebühren. Für viele Kunden ist es nicht immer nachvollziehbar, warum für den Sortentausch vermeintlich hohe Entgelte fällig werden. Wir begeben uns deshalb auf die Spurensuche nach dem „Preis des Geldes“.

Warum ist der Aufschlag bei US-Dollar ein anderer als beim Schekel?

Für die Händler ist das Geld vor allem eines: ein Produkt. Dieses einzukaufen, vorzuhalten und weiterzuverkaufen, bedeutet vor allem eines: Kosten. Folglich geht es darum zu verstehen, was eigentlich so teuer daran ist, Bargeld vorzuhalten.

Viele Kunden fragen sich immer wieder, wieso es so viel kosten kann, ihre Euros in US-Dollar oder südafrikanische Rand zu tauschen, warum die ReiseBank die zurückgekauften türkischen Lira mit einem Aufschlag belegt oder der israelische Schekel außerhalb des Landes plötzlich so viel weniger wert sein soll. Das hat verschiedene Gründe.

Zum einen gibt es auch bei der Ware Geld so eine Art Zweiklassen-Gesellschaft. Je größer die Umschlagmenge, desto günstiger kann sie gehandelt werden. Wir werfen den Blick auf die Topseller im Sortengeschäft: US-Dollar, Schweizer Franken, dann schon abgeschlagen Englische Pfund.

Die ersten beiden genannten Währungen machen einen großen Teil des Volumens aus, das die Geschäftsstellen bewegen. Dass eine derart häufig gehandelte Ware einem hohen Preisdruck unterliegt, ist nachvollziehbar. Die Nachfrage ist groß. Es existiert ein Wettbewerb und der drückt den Kurs. Und die Exoten? Die müssen in den Geschäftsstellen vorgehalten werden und verursachen dort vor allem erst einmal Kosten.

Bei der ReiseBank arbeitet nicht das Geld, sondern der Mitarbeiter

Bargeld, egal in welcher Währung, ist für die ReiseBank folglich zunächst totes Kapital. Das ist einer der Unterschiede zu einer „normalen“ Bank. Die Hausbank lässt das Geld auf dem Konto „arbeiten“, das heißt, sie zahlt dafür je nach Anlageform Zinsen und schickt es sozusagen außer Haus, damit es seinerseits Ertrag bringt.

Bei der ReiseBank liegt das Kapital zunächst ertragslos in den Kassen der Geschäftsstellen und wartet darauf, dass Kunden danach verlangen. Dann wird es gegen ein Entgelt gewechselt. So kann es Erträge bringen. In der Zeit, in der das Geld in der Kasse liegt, erwirtschaftet es erst einmal kein Kapital, es kostet vielmehr. Tagtäglich. Und die Auflistung der Kostentreiber ist lang.

Beschaffungskosten sind Ankauf und Transport

Da gibt es erst einmal die Beschaffungskosten. Sie lassen sich in zwei Komponenten aufteilen: den Ankauf und den Transport. Das Handelsteam muss die Sorten ganz klassisch einkaufen. In großen Mengen und Beträgen. Jetzt hat die Bank das Geld daliegen und genau damit beginnt die Herausforderung.

Bargeld, das liegt, verursacht immer Kosten. Es muss schließlich wieder irgendwohin transportiert werden. Damit ist man bei der zweiten Position der Beschaffungskosten, dem Transport und der Distribution. Geld in großen Mengen packt man nicht einfach so in ein Paket und drückt es dem Postboten in die Hand.

Geld ist ein Wert, der nur mit entsprechenden Sicherheitsauflagen von einem qualifizierten und sicherheitstechnisch ausgerüsteten Werttransportunternehmen (WTU) transportiert werden darf. Dieser WTU verteilt die Sorten an die gewünschten Stellen. Geld muss nicht nur in die Geschäftsstelle, es muss auch von dort abgeholt werden.

Kommt ein Kunde in eine ReiseBank-Geschäftsstelle und legt dort einen größeren Betrag norwegische Kronen oder südafrikanische Rand in die Kassenmulde, wird der Bargeldexperte am Ende des Tages entscheiden müssen, ob er einen Teil der für ihn seltenen Währungen an den Handel verkauft beziehungsweise dafür sorgt, dass diese innerhalb des Geschäftsstellennetzes weitergegeben werden. Immer aber muss in diesem Fall das physische Geld von A nach B transportiert und gebucht werden.

Es muss gezählt, geprüft, sortiert und verpackt werden

Geldbearbeitung koste einfach Geld. Es muss gezählt, geprüft, sortiert und verpackt werden. Das sind – buchhalterisch ausgedrückt – nur einige der Kostentreiber in den Geschäftsstellen. Schließlich bedarf es dafür qualifizierten Personals.

Während die meisten Banken versuchen, die reinen Kassentätigkeiten immer stärker einzudämmen und zum Beispiel die Versorgung des Kunden mit Bargeld an den Geldautomaten auszulagern, zählt bei der ReiseBank der Faktor Mensch. Und an den Schaltern sitzen nicht nur einfach Kassierer, sondern echte Bargeldexperten. Schließlich sind die Servicemitarbeiter am Schalter eigens geschult, haben nicht nur in der Bedienung der Kunden entsprechende Kompetenzen, sondern wissen auch das Geld auf Echtheit und Umlauffähigkeit zu prüfen.

Bei der Einschätzung, ob der in die Mulde gelegte Schein echt ist oder nicht, verlässt sich der Mitarbeiter zuerst einmal auf seine Erfahrung. Wie fühlt sich das Papier an, sind die Sicherheitsmerkmale alle erfüllt? Diese Kompetenz entsteht durch jahrelange Erfahrung – dafür werden die Mitarbeiter auch entsprechend entlohnt. Und der Kunde profitiert umgekehrt davon, dass er sich bezüglich der Bargeldkompetenz der Mitarbeiter am ReiseBank-Schalter sicher sein kann.

Für Kompetenz und Erfahrung zahlt der typische Bankkunde bei seiner Hausbank meist über das Umlageprinzip. Er hat ein Konto, zahlt Kontoführungsgebühren, hat einen Kredit, zahlt Darlehenszinsen oder stellt umgekehrt sein Geld der Bank gegen Zinsen zur Verfügung. Zur ReiseBank kommen die Kunden, ohne ein Konto zu haben, und erbitten eine Leistung, die dazu noch kostenintensiv ist.

Doch mit den Beschaffungs- und Personalkosten ist längst noch nicht der Großteil der Kosten aufgeführt. So gibt es Kurs- und Ausfallrisiken zu bedenken. Bei besonders volatilen Währungen besteht immer die Gefahr starker Kursschwankungen. Diese können Kursverluste nach sich ziehen. Diese Risiken durch Kursschwankungen müssen abgesichert werden. Auch das kostet wieder Geld, den „Preis der Stabilität“. Je länger eine Währung im Bestand liegt, je geringer ihr Umlaufzyklus und ihre Nachfrage ist, desto höher fallen natürlich diese Risiken aus.

So können zum Beispiel die politischen Verhältnisse in einem Land zur massiven Abwertung der Währung führen. Bei anderen Sorten ist sogar die Beschaffung derselben schlichtweg schwierig. Gleichwohl gilt, dass die ReiseBank zahlreiche Nischenprodukte führt. Kein anderes Institut versorgt so viele Endkunden mit Sorten. Die Position verlangt umgekehrt auch, dass zum Beispiel in den großen Sorten-Geschäftsstellen wie in Frankfurt Flughafen oder Hauptbahnhof fast hundert Währungen in verschiedenen Stückelungen ständig vorhanden sind.

Unpaid Content für Kunden wie Nichtkunden

Diese überhaupt auseinanderzuhalten, schon das verlangt Erfahrung. Und Wissen. Das auch zentral in der ReiseBank verankert ist und dem Kunden unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird.

Wer im Internet zu Fremdwährungen recherchiert, wird schnell auf die Währungsinformationen unter www.reisebank.de stoßen. Zu jedem Reiseziel hält die ReiseBank auf ihrer Website umfängliche Informationen vor. Dazu gehören in erster Linie alle relevanten Angaben zur Währung selbst, zu Aus- und Einfuhrbeschränkungen und weitere Hinweise. Auch dieser „unpaid content“, wie dieses kostenlose Know-how-Angebot genannt wird, will bezahlt sein.

Weitere Betriebskosten am Standort und im Backoffice

Darüber hinaus muss die ReiseBank auch eine Vielzahl von gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Auflagen und Anforderungen erfüllen. Man braucht faktisch die Lizenz zum Geldwechseln, hat eine Vielzahl von Auflagen und Prüfinstanzen zu berücksichtigen und muss bei der Aufbewahrung und Bereitstellung von Geld nicht zuletzt Sicherungsmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und der Kunden besitzen: Tresore, Sicherheitsglas, Überwachungsinstrumente – wo Werte gelagert werden, sind die Vorschriften streng.

Vor Ort selbst, in den Geschäftsstellen fallen zum Teil weitere, erhebliche Kosten an, die noch gar nicht aufgezählt wurden: Die Pacht und dazu noch Energiekosten und anderes mehr. Die ReiseBank vermag als langjährig spezialisierter Nischenanbieter die Masse dieser aufgezählten kostenintensiven Prozesse sehr schlank zu halten – trotzdem muss dieser enorme Kostenapparat gegenfinanziert werden.

Als Fazit bleibt: Bargeldbearbeitung ist zwar aufwändig und kostenintensiv – aber weiterhin nachgefragt. Ende 2014 veröffentlichte die Deutsche Bundesbank ihre jüngste Bargeld-Studie, der zufolge nach wie vor 79 Prozent aller Transaktionen hierzulande bar bezahlt werden. Gemessen am Umsatz liegt der Baranteil bei 53 Prozent. Folglich zückt der Bundesbürger erst bei größeren Anschaffungen die Karte. Die vielen kleinen Bezahlvorgänge des Alltags werden selbstredend nach wie vor in bar erledigt. Auch im Ausland.

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