Haiti

Karibik

Währung

Gourde (HTG)

Einfuhrbeschränkungen in Landeswährung, je Person

frei

Ausfuhrbeschränkungen in Landeswährung, je Person

frei

Weitere von der ReiseBank empfohlene Zahlungsmittel

  • US-Dollar Reiseschecks
  • US-Dollar-Noten
  • Aufgrund der Kurssituation sollten Sie einen Umtausch in Deutschland von EURO in die Landeswährung nur in der Höhe einer "Erstausstattung" für den Anfang der Reise vornehmen. Der Reisescheck von American Express stellt eine sichere Alternative für Ihre Reisekasse dar.

Lage

Karibik, Insel Hispaniola.

Fläche

27.750 qkm.

Bevölkerungszahl

8.924.553 (Schätzung 2008).

Bevölkerungsdichte

322 pro qkm.

Hauptstadt

Port-au-Prince. Einwohner: 774.167 (Schätzung 2009).

Staatsform

Präsidialrepublik seit 1987. Verfassung von 1987. Zweikammerparlament: Abgeordnetenhaus mit 82 Mitgliedern, Senat mit 27 Mitgliedern. Unabhängig seit 1804 (ehemalige französische Kolonie).

Geographie

Haiti liegt im und gebirgigen Westteil der Insel Hispaniola, der zweitgrößten Antillen-Insel. Der Ostteil der Insel wird von der Dominikanischen Republik eingenommen. Zum Staatsgebiet von Haiti gehören die Île de la Gonâve im gleichnamigen Golf und die Insel La Tortue nördlich der Hauptinsel. Die Küste bietet Buchten und Strände im Wechsel mit subtropischer Vegetation. Der Naturhafen von Port-au-Prince liegt an einer tiefen, hufeisenförmigen Bucht.

Sprache

Französisch und Kreolisch (Mischung aus Französisch, Englisch, Spanisch und westafrikanischen Sprachen) sind Amtssprachen. Sie werden von rund 85% der Bevölkerung gesprochen. In Touristengebieten wird häufig auch Englisch gesprochen.

Religion

Überwiegend römisch-katholisch (80 %) und Protestanten (16 %), im April 2003 wurde auch der Voodoo-Kult in Haiti als offizielle Religion anerkannt. Etwa 70 % der Bevölkerung gelten als Voodoo-Anhänger. Obwohl Voodoo besonders im westlichen Religionsverständnis oft mit »Schwarzer Magie« gleichgesetzt wird, handelt es sich um eine polytheistische Religion mit Tanzritualen und Gesängen.

Ortszeit

MEZ -6. Keine Sommer-/Winterzeitumstellung in Haiti.
Differenz zu Mitteleuropa beträgt im Winter -6 Std. und im Sommer -7 Std.

Netzspannung

110 V, 60 Hz.

Regierungschef

Jean-Max Bellerive, seit November 2009.

Staatsoberhaupt

René Préval, seit Februar 2006.

Währung

1 Gourde = 100 Centimes. Währungskürzel: Gde, HTG (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 500, 250, 100, 50, 10, 5, 2 und 1 Gde. Münzen in den Nennbeträgen 5 und 1 Gde sowie 50, 20, 10 und 5 Centimes.
Anmerkung: Preisangaben erfolgen überwiegend nicht in Gourdes, sondern in Dollar, wobei stets der so genannte haitianische Dollar gemeint ist (1 haitianischer Dollar entspricht 5 Gourdes).

Geldwechsel

US-Dollar werden überall gewechselt und als Zahlungsmittel anerkannt. Andere Fremdwährungen können nur in einigen Banken gewechselt werden. Es ist ratsam, Bargeld (US-Dollar) in ausreichender Menge und ausgewogener Stückelung mitzubringen.

Kreditkarten

Kreditkarten werden teilweise in größeren Hotels der Hauptstadt, ansonsten selten akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Sollten in US-Dollar ausgestellt sein und werden vor allem in Banken akzeptiert.

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung und von Fremdwährungen ist unbegrenzt. Deklarationspflicht besteht bei Beträgen über 200.000 Gde.

Öffnungszeiten der Banken

Mo-Fr 09.00-16.00 Uhr. Einige Banken öffnen auch Samstag vormittags.

Wechselkurse

 
 

Gde

 

Juli '09

1 EUR

48,84

1 CHF

37,11

1 US$

39,75

Feiertage

2010
1. Jan.
Unabhängigkeitstag.
2. Jan. Tag der Ahnen.
15./16. Febr. Karneval.
2. April Karfreitag.
14. April Pan-Amerika-Tag.
1. Mai Tag der Arbeit.
13. Mai Christi Himmelfahrt.
18. Mai Flaggentag.
23. Juni Fronleichnam.
15. Aug. Mariä Himmelfahrt.
17. Okt. Todestag Dessalines.
24. Okt. Tag der Vereinten Nationen.
1. Nov. Allerheiligen.
2. Nov. Allerseelen.
18. Nov. Gedenktag an die Schlacht von Vertièrés.
25. Dez. Weihnachten.

2011
1. Jan. Unabhängigkeitstag.
2. Jan. Tag der Ahnen.
7./8. März Karneval.
14. April Pan-Amerika-Tag.
22. April Karfreitag.
1. Mai Tag der Arbeit.
18. Mai Flaggentag.
19. Mai Christi Himmelfahrt.
23. Juni Fronleichnam.
15. Aug. Mariä Himmelfahrt.
17. Okt. Todestag Dessalines.
24. Okt. Tag der Vereinten Nationen.
1. Nov. Allerheiligen.
2. Nov. Allerseelen.
18. Nov. Gedenktag an die Schlacht von Vertièrés.
25. Dez. Weihnachten.

Erforderliche Impfungen

Art Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen Impfbescheinigung erforderlich?
Gelbfieber Nein 1
Cholera Nein Nein
Typhus & Polio Ja -
Malaria 2 -
Essen & Trinken 3 -

Vorsichtsmaßnahmen

Bilharziose-Erreger können in manchen Teichen und Flüssen vorkommen, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor (Hauptübertragungszeit: August bis Februar). Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Ebenfalls landesweit tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Reisende reduzieren die Übertragungsgefahr, wenn sie einen wirksamen Insektenschutz benutzen.

Hepatitis A und B treten auf. Impfschutz gegen Hepatitis A wird empfohlen, bei Langzeitaufenthalten und bei Kindern und Jugendlichen auch gegen Hepatitis B.

Haiti hat die höchsten HIV/Aids-Durchseuchungszahlen in der Karibik: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Tollwut kommt vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Gesundheitsvorsorge

Die medizinischen Einrichtungen sind begrenzt, die hygienischen Verhältnisse ungenügend.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung mit Rückholversicherung wird dringend empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Anmerkung

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die in Haiti den Flughafen nicht verlassen.

[2] Malariaschutz ganzjährig erforderlich in bewaldeten Gebieten von Gros Morne, Hinche, Maissade, Chantal und Jacmel. In den anderen Kantonen ist das Malariarisiko gering. Port-au-Prince ist malariafrei. Es kommt fast ausschließlich die gefährlichere Form Plasmodium falciparum vor. Empfehlung: Mückenschutz und Notfallmedikation.

[3] Landesweit besteht ein erhöhtes Risiko für Darminfektionen. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Ansonsten sollte das Trinkwasser abgekocht sein. Bei Reisen ins Landesinnere sollte genügend Trinkwasser in Flaschen mitgeführt werden. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Milchprodukte aus ungekochter Milch sollten vermieden werden; ebenso Schweinefleisch, rohe Salate und Mayonnaise. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Vor dem Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten, die als Delikatessen in Speiserestaurants angeboten werden, ist wegen möglicher Algenvergiftung Vorsicht geboten.

Aktueller Hinweis

Das Erdbeben vom 12. Januar 2010 hat in und um Port-au-Prince geschätzte 300.000 Menschenleben gefordert und zur Zerstörung zahlreicher Gebäude, darunter auch Krankenhäuser, geführt. Aufgrund der unzureichenden hygienischen Bedingungen muss derzeit mit einer deutlich erhöhten Infektionsgefahr gerechnet werden.

Helfer sollten vor der Ausreise dringend gegen Typhus und Hepatitis A geimpft werden; außerdem sollten Routineimpfungen (Td, Polio, Pertussis, MMR, ggf. Grippe und Schweinegrippe) aufgefrischt werden. Insbesondere Hilfskräfte müssen dringend darauf hingewiesen werden, dass sie einen ausreichenden MMR-Schutz besitzen sollten. Eine drohende Masern-Epidemie hängt u.a. davon ab, ob das Masernvirus ins Land importiert wird. Fünf von zehn Masern-Verdachtsfällen haben sich bisher nicht bestätigt, bei den anderen Fällen steht das Ergebnis noch aus. Vorherrschend sind akute respiratorische Erkrankungen und Durchfallerkrankungen.

Besorgniserregend ist die Situation der HIV/AIDS- Erkrankten und Tuberkulose mit der zunehmenden Wahrscheinlichkeit von multiresistenter TB (MDR-TB). Größere Krankheitsausbrüche wurden bisher nicht bestätigt, es gibt vereinzelte Berichte von Typhus (2 Fälle) und Diphtherie (1 nicht bestätigter Fall).

Durch das Erdbeben sind viele der obdachlos gewordenen Opfer sowie Tausende von Helfern durch Malaria-Infektionen gefährdet. Neben effektivem Mückenschutz ist derzeit eine Malaria-Chemoprophylaxe für Reisende nach Haiti empfehlenswert.

Klima

Tropisch mit periodisch auftretenden Regenfällen ganzjährig; in Höhenlagen wesentlich kühler, an den Küsten sehr schwül.

Anmerkung

 

Telefon

Selbstwählferndienst.

Mobiltelefon

GSM-Netz wurde vor kurzem eingeführt, Netzbetreiber ist Haïtel (Internet: www.haitelonline.com). Mobiltelefone können vor Ort gemietet werden.

Internet/E-Mail

In größeren Städten gibt es Internetcafés. Internetanbieter sind Compa (Internet: www.compa.net), InterMediaExPress (Internet: www.intermediahaiti.com/ixp) und Netcom.

POST- UND FERNMELDEWESEN

Luftpost nach Europa benötigt bis zu einer Woche. Das Hauptpostamt in Port-au-Prince, Cité de l’Exposition, befindet sich am Place d’Italie. Öffnungszeiten der Postämter: Mo-Fr 08.00-20.00 Uhr und Sa 08.30-12.00 Uhr. Briefe, die nach 09.00 Uhr abgegeben werden, werden erst am folgenden Werktag weiterbefördert.

Deutsche Welle

Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0228) 429 32 08. Internet: www.dw-world.de) anzufordern.

Travelinghaiti.com

c/o Missionary Fellowship International
P.O. Box 15665, FL-33416 West Palm Beach, USA
Internet: www.travelinghaiti.com

Botschaft der Republik Haiti

Uhlandstr. 14, D-10623 Berlin
Tel: (030) 88 55 41 34. Konsularabt.: (030) 88 62 76 93.
Mo-Fr 09.00-16.00 Uhr.
Honorarkonsule in Aidlingen, Bremerhaven, Frankfurt/M., Hamburg-Rissen, Mainz und Neustadt/Weinstraße.

Honorarkonsulat der Republik Haiti

Prinz Eugen Strasse 56/16, A-1040 Wien
Tel: (01) 943 53 63.
Mo-Fr 08.30-12.30 Uhr.

Konsulat der Republik Haiti

(mit Visumerteilung)
Forchstrasse 182, CH-8032 Zürich
Tel: (044) 381 69 89.
Mo-Fr 09.00-11.00 und 15.00-17.00 Uhr.

Botschaft der Republik Haiti

64 Rue de Monthoux, CH-1201 Genève
Tel: (022) 732 76 28.
Mo-Fr 09.30-13.00 und 14.00-17.00 Uhr;
(auch für Österreich zuständig).

Botschaft der Republik Haiti

Rue Théodule-Ribot 10, F-75017 Paris
Tel: (+33) (01) 47 63 47 78.
(auch für die Schweiz zuständig)

Essen & Trinken

Neben französischer Küche findet man kreolische Spezialitäten, französische, tropische und afrikanische Einflüsse werden auf interessante Art miteinander verbunden. Zu empfehlen sind Guineahuhn mit saurer Orangensoße, Tassot de dinde (getrocknetes Truthahnfleisch), Grillot (Schweinefleisch), Diri et djondjon (Reis mit schwarzen Pilzen), Riz et pois (Reis mit Erbsen), Langouste flambé (flambierter Hummer), Ti malice (kleine Banane), Piment oiseau (scharfe Soße) und Grillot et banane pese (Koteletts mit Bananen). Zum verlockenden Angebot an Süß- und Nachspeisen gehören Süßkartoffelpudding, Mangokuchen, frisches Kokosnusseis, Cashewnüsse und frisches Obst. Getränke: In besseren Restaurants wird französischer Wein angeboten. Das Inselgetränk ist jedoch Rum. Der einheimische Barbancourt wird in Haitis ältester Brennerei gebrannt.

Nachtleben

Das Angebot ist vielfältig und reicht von Spielkasinos über afrikanische Trommelmusik bis zu westlicher Musik und Tanz. Abends finden in mindestens einem der großen Hotels Veranstaltungen statt, die Hauptattraktionen sind Folkloregruppen und Aufführungen von Voodoo-Tänzen und Gesängen. Samstag nachts wird auf den Freiluftbühnen der Volkstanz Bamboche aufgeführt.

Einkaufstipps

Auf dem Marché de Fer gibt es einheimische Waren unterschiedlicher Qualität, z. B. Schnitzereien, bedruckte Stoffe, Lederartikel, Gemälde (besonders die berühmte naive Malerei), Strohhüte, Halsbänder und Schmuck aus Obstkernen, Zigarren und Lebensmittel. Port-au-Prince bietet eine gute Auswahl an Geschäften und Boutiquen mit einem reichhaltigen Angebot an einheimischen und importierten Artikeln. Handeln ist üblich. Öffnungszeiten der Geschäfte: i. A. Mo-Fr 08.00-12.00 und 13.00-16.00 Uhr, Sa 08.00-13.30 Uhr.

Sport

Wassersport: Die Strände von Kyona und Ibo (auf der Insel Cacique) bieten die besten Möglichkeiten zum Schwimmen, Tauchen, Segeln, Wasserskifahren und zur Teilnahme an Boomba-Regatten (einheimische Einbäume). Fischen: La Gonâve ist bei Hochseefischern beliebt. Tennisplätze findet man in El Rancho, am Strand von Ibo, am Ibo-See, am Strand von Kaloa, in den Royal Haitian Hotels, im Habitation Le Clerc, im Club Mediterranée in Montraus und im Pétionville Club, der auch einen 9-Loch-Golfplatz hat. Publikumssport: Fußball ist der beliebteste Nationalsport, gefolgt von Basketball.

Veranstaltungskalender

Febr. Karneval, landesweit. Febr.-März Ra Ra (Karneval), Leogane. April Pan-America-Tag, landesweit. Juli/Aug. Traditionelle religiöse Feste in zahlreichen Ortschaften, u.a. in Limonade, Plaine du Nord, Petit-Gonâve und Ouanaminthe. 1./2. Nov. Gede/Fétdemó. 5. Dez. Tag der Entdeckung (Feierlichkeiten anlässlich von Columbus Landung an Haitis Nordküste im Jahr 1492), landesweit.

Weitere Auskünfte erteilt das Secrétariat d’Etat au Tourisme (s. Adressen).

Sitten & Gebräuche

Zwanglose Kleidung wird akzeptiert, Badekleidung gehört an den Strand oder Swimmingpool. Nur in sehr eleganten Restaurants wird Abendgarderobe erwartet. Wegen der Gefahr von Raubüberfallen sollten Wertsachen nicht zur Schau gestellt werden, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit ist größte Vorsicht angebracht. Fotografieren: Die ablehnende Haltung zahlreicher Haitianer dagegen sollte unbedingt respektiert werden. Trinkgeld: Hotels und Restaurants berechnen 10%. Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld.

Reisewarnung vom Auswärtigen Amt:
Stand: 14.06.2010

Reisewarnung

Vor Reisen nach Haiti wird gewarnt.



Aktueller Hinweis

Am 12. Januar wurde Haiti von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert. Das Epizentrum lag ca. 16 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Das Ausmaß der Schäden ist nach wie vor beträchtlich. Im Großraum der Hauptstadt Port-au-Prince sind viele Gebäude zerstört bzw. beschädigt worden, darunter auch Regierungsgebäude sowie Einrichtungen des öffentlichen Lebens (z.B. Krankenhäuser und Schulen). Aufgrund unzureichender hygienischer Verhältnisse und mit Beginn der Regenzeit kann eine Seuchengefahr nicht ausgeschlossen werden. Die Kommunikation in der Hauptstadtregion wurde teilweise wieder hergestellt. Die Versorgung mit Trinkwasser, Verpflegung und Unterkünften bessert sich von Tag zu Tag.

Es wird gebeten die aktuelle Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen.

Übersicht

Land Reisepass Visum Ruckreiseticket
Deutschland Ja Nein Ja
Österreich Ja Nein Ja
Schweiz Ja Nein Ja
Andere EU-Länder Ja Nein Ja
Türkei Ja Nein Ja

Reisepass

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Deutscher Kinderausweis oder maschinenlesbarer Kinderreisepass (jeweils mit Lichtbild) oder igener Reisepass.
Aktueller Hinweis zum Kinderausweis/Kinderreisepass: Es werden keine neuen Kinderausweise mehr ausgestellt. Alte Kinderausweise sind jedoch noch bis zum Ablauf ihrer jeweiligen Gültigkeit nutzbar.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Visum

Nicht erforderlich für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen für folgende, in der obigen Tabelle genannten Länder:

EU-Länder, Schweiz und Türkei.

Bei Ankunft in Haiti muss ein Einreiseformular ausgefüllt und bei der Ausreise wieder vorgelegt werden. Für diese Einreisegenehmigung wird eine Gebühr von 30 US$ erhoben.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Transitreisende, die mit dem gleichen oder dem nächsten Anschluss am selben Tag weiterreisen, den Transitraum nicht verlassen und über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen, benötigen kein Visum.

Aufenthaltsgenehmigung

Informationen von der Botschaft.

Impfungen

Informationen zu internationalen Impfbescheinigungen, die für die Einreise erforderlich sind, können dem Kapitel Gesundheit entnommen werden.

Flugzeug

Die nationalen sowie britische und US-amerikanische Airlines fliegen von Deutschland, Östereich und der Schweiz aus über London oder Paris und New York. Air France (AF) bietet Flüge von Paris nach Port-au-Prince über Miami oder New York an. Lynx Air fliegt von Miami nach Cap Haitien, Copa Airlines (CM) (Internet: www.copaair.com) fliegt ebenfalls von amerikanischen Destinationen über Panama nach Port-au-Prince.

Flughafengebühren

Keine.

Internationale Flughäfen

Port-au-Prince (PAP) liegt 6 km nordöstlich der Stadt (Fahrzeit 25 Min.). Flughafeneinrichtungen: Duty-free-Shop, Wechselstube, Mietwagenschalter, Imbiss-Stube, Bars und Taxistand.

Cap Haïtien (CAP) ist Haitis zweiter internationaler Flughafen und liegt 10 km von Cap Haïtien entfernt. Taxis stehen zur Verfügung.

Schiff

Haiti wird von mehreren Kreuzfahrtschifflinien, darunter Royal Caribbean, angelaufen. Die wichtigsten Häfen sind Port-au-Prince, Cap Haïtien und Labadee.

Bus/Pkw

Es gibt Busverbindungen in die Dominikanische Republik.

Flugzeug

Es gibt Flugverkehr mit Caribintair zwischen Port-au-Prince und den Provinzstädten Haitien, Hinche, Pingnon und Dame Marie. Buchungen sollten vor dem Abflug bestätigt werden, da Stornierungen oder Verspätungen vorkommen. Privatcharter ist ebenfalls möglich.

Schiff

Von Port-au-Prince aus werden Segelbootfahrten zu den Stränden angeboten, besonders reizvoll ist eine Fahrt im Glasbodenboot über das Sand Cay Reef.

Fracht- und Passagierschiffe
pendeln zwischen Jérémie, Cap-Haïtien und Port-au-Prince.

Bus/Pkw

Es herrscht Rechtsverkehr. Allwetterstraßen gibt es von Port-au-Prince nach Cap Haïtien und Jacmel. Fahrten in das Landesinnere sind aufgrund des schlechten Straßenzustands zeitraubend; vor Nachtfahrten wird wegen erhöhter Gefahr von Unfällen und Überfällen abgeraten. Besonders gefährlich ist die Hauptstadt Port-au-Prince.

Fernbus:
Von Port-au-Prince fahren Busse nach Cap Haïtien, Jacmel, Jérémie, Hinche, Les Cayes und Port de Paix. Die Verbindungen sind unregelmäßig.

Taxi:
Kombiwagen (Camionettes) verbinden Port-au-Prince mit Pétionville sowie einigen anderen Städten.

Mietwagen
können in Port-au-Prince und Pétionville sowie am Flughafen und in den Hotels gemietet werden. Außerhalb von Port-au-Prince ist Benzin nur schwer erhältlich. Die Kennzeichen offizieller Mietwagen beginnen mit einem L.

Unterlagen:
Internationaler Führerschein.

Stadtverkehr

Die farbenfrohen Tap-taps fahren in Port-au-Prince zu Einheitsfahrpreisen, sind aber oft überfüllt.

Taxis
haben keine Taxameter, aber Preise für bestimmte Strecken sind von der Regierung festgelegt. Auf allen anderen Strecken sollte man den Fahrpreis im Voraus vereinbaren. Nummernschilder von Taxis fangen mit »P« an. Sammeltaxis (Publiques), die mit einem rotan Band am Rückspiegel gekennzeichnet sind, sind am preiswertesten. Man kann Taxis für Ausflüge stunden- oder tageweise mieten.

Port-au-Prince

-

Die Hauptstadt Port-au-Prince hat über 750.000 Einwohner. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören der Marché de Fer, die beiden Kathedralen, das Kunstmuseum, die Statue des Unbekannten Sklaven und die Häuser und Villen aus der Zeit um die Jahrhundertwende mit ihrer kuriosen Mischung verschiedener Architekturstile. Eines von ihnen ist heute das Musée Defly. Der Hügelvorort Pétionville ist ruhiger und bietet einige der besten Restaurants, Galerien und Nachtklubs der Stadt.

Cap Haïtien und die Nordküste

-

Am Heiligabend des Jahres 1492 strandete Kolumbus an der Küste Hispaniolas, nicht weit vom heutigen Cap Haïtien. Das Wrack der Santa Maria liegt ganz in der Nähe. Heutzutage kann Cap Haïtien in 40 Flugminuten von der Hauptstadt aus erreicht werden. Die Stadt liegt am Fuß von Bergen und ist umgeben von Stränden. Die Zitadelle im Gebirge 40 km südlich von Cap Haïtien und die Ruinen des Palastes Sanssouci ganz in der Nähe sind ein Muss. Beide sind von Milot aus erreichbar. Die Ruinen verdeutlichen den Einfluss, den Versailles auch auf dieses »Sanssouci« ausgeübt hat.

Jacmel und die Südküste

-

Auf der gut ausgeschilderten Bergstraße ist die Fahrt nach Jacmel ein angenehmer Zweistundenausflug durch eine atemberaubende Landschaft. Die Südküste bietet zahlreiche Strände; die hoch in den Bergen gelegene Stadt Kenscoff ist bei Einheimischen als Urlaubsort beliebt.

Wirtschaft

Bruttoinlandsprodukt:
ca. 11,5 Mrd. US$ (2008)
pro Kopf: ca. 1.300 US$ (2008)

Wachstumsrate: ca. 1,3 % (2008)

Arbeitslosenrate: k.A.

Inflationsrate: ca. 15,5 % (2008)

Bevölkerung unter der Armutsgrenze: ca. 80 % (2003)

Anteil der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt:
Landwirtschaft: ca. 28 % (2004)
Industrie: ca. 20 % (2004)
Dienstleistungen: ca. 52 % (2004)

Wichtige Wirtschaftszweige:
Landwirtschaft (Kaffee, Kakao, Zucker, Süßkartoffeln, Sisal), Bauxitbergbau

Außenhandel
Importe: ca. 2,107 Mrd. US$ (2008)
Exporte: 490 Mio. US$ (2008)

Wichtige Handelsbeziehungen:
USA, Niederländische Antillen, China, Dominikanische Republik, Kanada

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen: U.a. Weltbank, WTO (Welthandelsorganisation), WMO (Weltorganisation für Meteorologie), ICAO (Internationale Zivilluftfahrt-Organisation), Weltorganisation für Geistiges Eigentum, Weltpostverein, Internationale Fernmeldeunion, IATA (International Air Transport Organization - Dachorganisation internat. Fluglinienbetreiber), Interpol, Internationale Kaffee-Organisation, UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und Karibik (CELAC), OAS (Organisation Amerikanischer Staaten), Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB), EU-AKP-COTONOU (Abkommen über die Zusammenarbeit der Europäischen Union mit den afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten), CARICOM (Karibische Gemeinschaft), CARIFORUM (AKP-Gremium für die Karibikstaaten), SELA (lateinamerikanisches Wirtschaftssystem), AEC (Vereinigung der Karibikstaaten)

Umgangsformen

Dolmetscherdienste können in der Regel vermittelt werden. Geschäftsreisende werden normalerweise vom einheimischen Geschäftspartner zum Essen eingeladen und sollten eine Gegeneinladung aussprechen. Auf Pünktlichkeit wird Wert gelegt. Geschäftsreisen legt man am besten in die Monate November bis März.

Geschäftszeiten:
Mo-Fr 08.00-16.00 Uhr.

Kontaktadressen

Handelsabteilung der Ständigen Vertretung von Haiti
64 Rue de Monthoux, CH-1201 Genf
Tel: (022) 732 76 28.

Chambre Haïtienne de Commerce et d’Industrie (Industrie- und Handelskammer)
Cité de l’Exposition, Boulevard Harry Truman, Boîte Postale 982, Port-au-Prince
Tel: 222 86 61.

Chambre Franco-Haïtienne de Commerce et d’Industrie
Holiday Inn Plaza, Suite 327, Port-au-Prince
Tel: 223 84 04, 223 84 24.

zollfrei einkaufen

Folgende Artikel können im Handgepäck zollfrei nach Haiti eingeführt werden (Personen ab 18 J.):
200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 1 kg Tabak;
1 l Spirituosen;
250 ml Parfüm und Eau de Toilette für den persönlichen Gebrauch;
neue Waren für den persönlichen Gebrauch bis zu einem Gesamtwert von 2.000 Gde pro Jahr.

Einfuhrverbot

Schusswaffen (ausgenommen sind Sportgewehre mit Einfuhrlizenz).